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Cradle to Cradle: Ist ein Wildling kreislauffähig?

Kann man aus einem Wildling eigentlich wieder einen neuen Schuh machen? Was passiert, wenn an einem gern getragenen Begleiter so langsam der Zahn der Zeit nagt? Gibt es Möglichkeiten, ihn wieder in Schuss zu bringen oder ihn sogar dem Produktkreislauf wieder zuzuführen? Team Wildling beschäftigt sich stets mit der Frage, wie Minimalschuhe über ihren gesamten Lebenszyklus noch nachhaltiger werden können. Eine Möglichkeit wäre es, kreislauffähige Wildlinge zu fertigen, deren Bestandteile in die Herstellung neuer Produkte fließen können, nachdem sie aufgetragen sind. Doch wie einfach ließe sich das tatsächlich umsetzen? Wir spinnen mal ein wenig herum ...



Kreislauffähigkeit bei Wildling - es könnte so schön sein


Stellen wir uns einmal vor, wir finden imOnline Shop einen Wildling, in den wir uns Hals über Kopf verlieben (Ok, dafür brauchen wir wohl nicht sonderlich viel Fantasie …) und den wir nach seiner Ankunft bei uns zu Hause über lange Zeit zu fast jeder Gelegenheit tragen. Wir hegen und pflegen ihn, erleben gemeinsam große und kleine Abenteuer, Urlaube, Einkaufstouren und Spaziergänge. Doch eines Tages kommt der Zeitpunkt, an dem unser treuer Begleiter nicht mehr getragen werden kann und es an der Zeit ist, Abschied zu nehmen. Wäre es da nicht toll, zu wissen, dass er wieder dorthin zurückkommt, wo er gefertigt wurde und dass aus seinen Materialien ein neuer Schuh entstehen kann, der wiederum anderen Freude bereitet?


Was sich nach dem Happy End aus einem Märchenbuch anhört, beschreibt das Cradle-to-Cradle-Prinzip, das für einige Produkte auf dem Markt bereits Realität ist. Aus ihren Materialien können nach Ende der Nutzungsdauer wieder neue Produkte entstehen, für die dadurch wiederum weniger Ressourcen benötigt werden. Großartig! Das machen wir auch. Oder?

 

 

Um kreislauffähig zu sein, müssen Produkte aus sogenannten Mono-Materialien bestehen. Das heißt, das Produkt selbst bzw. seine voneinander trennbaren Bestandteile dürfen nur aus jeweils einem Rohstoff bestehen. Im Textilbereich lässt sich das beispielsweise umsetzen, indem ein T-Shirt ausschließlich aus reinem Tencel oder reiner Baumwolle hergestellt wird. Ist das Shirt abgetragen, können die Fasern wieder aufbereitet und weiterverwendet werden.

 

Ein Wildling besteht jedoch aus weit mehr als nur einem Material - da sind z.B. die Sohle aus Gummi und Kork, der Patch, die Fäden der Naht, die Ösen, das Innenfutter und der Oberstoff, der an sich je nach Modell auch schon aus verschiedenen Fasern bestehen kann. Da kommt also einiges zusammen. Wir wären aber nicht Wildling, wenn wir deswegen den Kopf in den Sand stecken. Stattdessen haben wir uns mit Stephan Schaller vom Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) zu einem Strategiemeeting zusammengesetzt und mögliche Lösungen erarbeitet.

 

Idee Nummer 1: Ein recyclingfähiger Wildling

 

Ok, an diesem Punkt waren wir schon. Denken wir aber noch etwas weiter. Wenn ein Wildling langlebig sein und nicht aus Materialgemischen bestehen soll, dannnehmen wir doch einfach das widerstandsfähigste Material eines Wildlings, das Gummi der Sohle, und fertigen daraus einen Schuh! Immerhin ist die Sohle robust. Im Umkehrschluss würde das allerdings bedeuten, dass wir einenMinimalschuh aus Kunststoff erhalten, der weder atmungsaktiv ist noch sonderlich leicht am Fuß liegt. Wir würden damit also das gesamte Tragegefühl, das einen Wildling ausmacht, über den Haufen werfen. Deshalb muss ein neuer Plan her.

 

Idee Nummer 2: Ein kompostierbarer Wildling

 

Wenn wir keinen Kunststoffschuh möchten, gehen wir einfach in die andere Richtung und stellen einenaus reinen Naturmaterialien her, der am Ende auf dem Kompost abgebaut werden kann. Das passt doch sowieso viel besser zu Wildling, oder?

Doch auch diese Lösung ist nicht optimal, denn ein Wildling, der vom Oberstoff bis zur Sohle ausschließlich aus Naturmaterialien besteht,würde zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht unsere Anforderungen an die Langlebigkeit eines Minimalschuhs erfüllen. Wenn dieser zwar kompostierbar ist, dafür aber nach wenigen Monaten kaputt geht, ist das ein Kompromiss, den wir nicht eingehen möchten.

 

Natürlich könnte man auch einfach Sohle und Obermaterial so beibehalten, wie sie aktuell sind und im Zuge der Verwertung die einzelnenTeile voneinander trennen. Das ist jedoch mit einem extrem hohen Energieaufwand verbunden, der in keinem Verhältnis zu dem steht, was am Ende dabei herauskommt - nämlich einer Ausbeute von 10 bis 15 % aller verwendeten Ressourcen, die tatsächlich wieder dem Produktkreislauf zugeführt werden können. Der Rest kann zwar auch verwertet werden, muss aber anderen Industrien zugeführt werden, da er für die Schuhproduktion nicht nutzbar ist.

 

Puh, das ist wirklich gar nicht so einfach. Gibt es denn noch eine weitere Idee?

 

 

Unsere Lösung: Ein möglichst langlebiger Wildling

 

Robustheit und Langlebigkeit sind keine neuen Begriffe, wenn es um Wildlinge geht. Bei der Auswahl der Materialien schwingt neben der Flexibilität auch immer die Frage mit, wie lange ein daraus gefertigter Minimalschuh halten wird. Dass diese beiden Ansprüche meistens im Widerspruch zueinander stehen, mag auf den ersten Blick demotivierend wirken. Tatsächlich spornt es aber dazu an, immer wieder nach neuen Lösungen zu suchen.Sind wir mit etwas nicht (mehr) zufrieden, wird nach Alternativen gesucht, so zum Beispiel beimWildling Patch, der bereits eine kleine Evolution vorweisen kann.

 

Doch nicht nur die Materialien an sich, sondern auch ihre verschiedenen Verarbeitungsformen haben Einfluss auf die Lebensdauer unserer Minimalschuhe. Die Webereien, mit denen wir zusammenarbeiten, können beispielsweise Naturfasern auf eine besondere, traditionelle Art verweben, so dass der daraus entstehende Stoff deutlich strapazierfähiger wird - ohne dabei seine typische Leichtigkeit einzubüßen.

 

Wir haben nun also einen Schuh, der trotz seines angenehmen Tragegefühls möglichst robust ist. Was passiert aber, wenn er dann irgendwann doch mal kaputt geht?

 

Langlebigkeit hört bei Wildling nicht nach der Produktion auf. Deshalb kooperieren wir seit April 2019 mit dem Berliner Start-up Sneaker Rescue, das darauf spezialisiert ist, Schuhe zu reparieren und ihre Lebensdauer dadurch deutlich zu verlängern. Sollte bei einem geliebten Wildling also mal eine Naht aufgelöst oder die Sohlenaussparung durchgelaufen sein, kann er während eines Kurzbesuchs in der Hauptstadt wieder fit gemacht werden. Im Rahmen der Gewährleistung organisiert das Team vom Kundenservice die Reparatur, Besitzer_innen etwas betagterer Wildlinge können sich direkt mit Sneaker Rescue in Verbindung setzen.

 

Das schont nicht nur Ressourcen, sondern erhöht auch die Wertschätzung für unseren Besitz. Schließlich erfordert es Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, ein Produkt immer wieder lebensfähig zu machen. Und sind wir mal ganz ehrlich: Es sind die ältesten, meistgetragenen und vielgeliebten Dinge, die die schönsten Geschichten erzählen.

 

Oder, um es mit Stephan Schallers Worten zu sagen: “Viele Leute gehen davon aus, man müsse alles nachwachsend hinkriegen, damit ein Produkt nachhaltig ist. In erster Linie geht es aber tatsächlich darum, Zielkonflikte zu lösen und dann ist häufig schon eine verlängerte, aktive Nutzung ein großer Beitrag zur Nachhaltigkeit. Das war einer der großen Aha-Momente während unseres Meetings.”



 

Fortsetzung folgt ...

 

Wer Wildling kennt, weiß, dass im Fuchsbau ständig an neuen Lösungen und Ideen gearbeitet wird. Was genau die Zukunft am Ende bringen mag, kann niemand mit Gewissheit voraussagen, aber es gibt einige interessante Ansätze, die aktuell ganz besondere Aufmerksamkeit bekommen.

 

So wird zum Beispiel gerade daran getüftelt, inwieweit wir die Reparaturfähigkeit eines Wildlings auf jedes seiner Teile ausweiten können. Das ist zwar nicht einfach auf die Schnelle umzusetzen, da es dafür ein Konzept mit unseren Produktionspartner_innen in Portugal zu erarbeiten gilt, aber bisher gab es für jede Herausforderung mindestens eine Lösung - auch wenn die ein wenig auf sich warten ließ.

 

Wir bleiben also weiterhin neugierig, abenteuerlustig und experimentierfreudig auf dem Weg zu mehr Bewegung und Freiheit.

 

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Run wild!

Anna, Ran und die Wildlinge

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