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Ein spannendes Wildling Jahr liegt hinter uns. Wir sind gewachsen, haben viel erlebt und neue Dinge ausprobiert: Materialien, Designs, Managementmethoden und Meetingrhythmen. Aus einem kleinen Start Up ist ein echtes Unternehmen geworden und im Fuchsbau ist das Rudel auf über 90 Mitglieder angewachsen. 

Wie viele Wildlinge sind genug?

Als wir, Anna und Ran, 2015 beim Crowdfunding 1500 Paar Wildlinge verkaufen wollten, dachten wir: Hoffentlich werden wir die los! Im ersten Rutsch ging es dann aber doch so schnell, dass wir überlegten, wie es weiter geht. 

Mit wenig Kapital in der Hinterhand mussten wir bei der Mengenplanung für die nächste Saison viele Dinge berücksichtigen: Wie viel Geld haben wir, wie viel können wir von der Bank bekommen, wie viel Stoff und Material können wir einplanen und finanzieren und was machen wir, wenn wir die Stückzahlen verdoppeln, aber doch nur so viele Paar Schuhe verkaufen wie jetzt im Crowdfunding? Was, wenn ein Konkurrent auf dem Markt auftaucht, der ein ähnliches Modell verkauft, aber für den halben Preis? Was machen wir, wenn ein Lieferant nicht liefern kann und wir nicht schnell genug Ersatz bekommen oder die Fabrik in Portugal sagt, sie können nicht mehr Wildlinge produzieren - sie haben ja noch andere Kunden und arbeiten nicht ausschließlich für uns.

Mit diesen Fragen im Hinterkopf haben wir die Mengen unserer Wildlinge von Saison zu Saison angepasst. (Mehr darüber im Artikel zu Slow Fashion.

Jedes Mal haben wir bis zum Launch die Luft angehalten und die Daumen gedrückt, dass wir irgendwie richtig liegen. Meistens hatten wir Glück und am Saisonende keine Schuhe mehr, ganz absichtlich, denn das war im Hinblick auf die Ressourcenplanung unser Ziel.. 

“Das macht ihr doch mit Absicht um Begehrlichkeiten zu wecken!”

Oft hören wir, dass wir das doch absichtlich machen, mit der begrenzten Anzahl von Schuhen. Um Interesse zu wecken oder Begehrlichkeiten. Ehrlich gesagt macht uns dieses “Argument” etwas ratlos. Vielleicht funktioniert dieses Prinzip bei hochpreisigen Konsumgütern wie Uhren oder Autos. Natürlich gibt es “Limited Editions” auch mal bei uns. Das hat bei Wildling meistens mit der begrenzten Verfügbarkeit von Stoffen und Materialien zu tun, aber nicht mit einer wohlüberlegten Marketingstrategie. Unsere Schuhe künstlich zu verknappen wäre aus wirtschaftlicher Sicht unsinnig, schließlich würde das weniger Umsatz bedeuten. 

Gute Stimmung online und offline

Allerdings können wir es uns genauso wenig leisten, zu viele Schuhe zu produzieren, die keiner mehr haben will: Denn wir sind bereits in Vorkasse gegangen, haben unsere Lieferanten bezahlt, die Fabrikanten in Portugal, wir haben laufende Kosten für Personal und Lagerhaltung - sprich: jeder Wildling, der ungenutzt im Lager steht, kostet bares Geld. Wir wollen nicht auf Masse produzieren, solange die Gefahr besteht, dass diese Masse hinterher in den Regalen liegen bleibt - wir wollen ressourcenschonend arbeiten und respektvoll mit dem, was unsere Lieferanten produzieren, umgehen. 

Von den einen zu wenig, von den anderen zu viel

Während wir also regelmäßig hören, wir sollten mehr Schuhe machen, stellen wir inzwischen fest: Wir haben noch zu viele Schuhe. Nicht alle Modelle und nicht alle Größen, aber doch nennenswerte Mengen. 

Tja, und nun, von den einen zu wenig, von den anderen zu viel. Die Gründe dafür können buchstäblich saisonabhängig und so launisch wie das Wetter sein: Während die Sandale so viel besser ankam, als wir es uns erhofft haben und der Sommer seinem Namen dieses Jahr alle Ehre machte, musste das Wiesel mit seiner wasserabweisenden Membran im Lager Schnürsenkel drehen. Hätte es den Sommer über hauptsächlich geregnet, wäre das Wiesel vermutlich als erstes ausverkauft gewesen. Manchmal bleiben auch einzelne Größen übrig - offenbar tragen Menschen mit großen Füßen ungern altrosa oder Print. Und während die roten Modelle Tanuki Asahi und Rosenrot noch ziemlich gut liefen, kam der Keshi (Mohn) nicht angemessen zur Blüte. 

Alles in allem sind wir immer noch ein junges Unternehmen, auch wenn es manchem, der oder die seit dem Crowdfunding dabei ist, gar nicht mehr so erscheint. Wir arbeiten mit Erfahrungswerten und den wenigen Daten aus den Vorjahren. Dann schütten wir eine Prise Optimismus darüber und verdoppeln beispielsweise die Gesamtmenge. In den ersten Kollektionen waren es letztendlich (fast) immer zu wenig - was wir aber nicht wissen konnten - inzwischen betrifft es, immer mal wieder, einzelne Modelle oder Größen.

Nehmen wir an, unser Produktteam hat sich ein neues Modell wie die Flora ausgedacht: 

So eine Flora mit dem einzigartigen Print ist schon was Besonderes. Andererseits tragen die meisten Menschen eher schlichte Schuhe.

Der Rest ist ein bisschen Glücksspiel: Vielleicht gefällt allen der Print, aber der Reißverschluss nicht. Vielleicht ist es umgekehrt. Vielleicht denken aber die meisten auch: Wow, den Schuh muss ich haben! Und sie sind zwei Stunden nach dem Launch ausverkauft. Wollen wir dann Nachschub haben, kann es Wochen dauern: Wir brauchen den Stoff, der muss bedruckt werden, dann hat aber unsere Produktion in Portugal gerade keine Kapazitäten, weil sie ein anderes, bereits geplantes Modell produzieren und so würde eine Nachlieferung der Flora Wochen dauern - und dann ist schon Winter. 

Ein anderes Beispiel: Als wir die Cubs launchten, wetteten wir im Team Wildling, wie schnell die erste Lieferung verkauft sein würden. Viele tippten auf 48 Stunden, fast alle dachten, innerhalb einer Woche seien sie ausverkauft. Wir haben alle die Wette verloren, denn die kleinste Größe blieb ziemlich lange im Dachsbau - mit Schuhgröße 18 laufen wohl doch noch nicht so viele Kleinkinder durch die Gegend.

Um es kurz zu machen: Es bräuchte eine Kristallkugel um die genaue Menge der Wildlinge, die wir in einer Saison verkaufen werden, vorher zu bestimmen. 

Darum gibt es jetzt einen Sale

Die Wildlinge, die diesen Sommer nicht verkauft werden, stehen dann im Lager in Osberghausen und sehen nur die Regalreihen um sich herum. Bald kommt die Herbst-/Winterkollektion und unser Lager braucht Platz, und die Wildlinge brauchen frische Luft. Im nächsten Sommer gibt es neue Modelle in anderen Farben, vielleicht aus anderen Materialien. Also schubsen wir die verbliebenen Wildlinge ein bisschen vor die Tür, in der Hoffnung, dass auch diejenigen, die immer mal mit einem Paar geliebäugelt haben, die aber skeptisch sind, überzeugt werden. Oder diejenigen glücklich zu machen, für die das Familienbudget eben sonst nicht reicht, um die Kinder mit Wildlingen auszustatten. Und für jede_n, der sich über ein weiteres Paar Wildlinge freut.

20 % Rabatt (auf den Nettopreis) bekommt ihr noch bis zum 18.08.19 um 23.59 Uhr. Mögen viele Wildlinge ein neues Zuhause finden!

Run wild! Anna, Ran und die Wildlinge

Titelbild: wildundwunderbar

Ein spannendes Wildling Jahr liegt hinter uns. Wir sind gewachsen, haben viel erlebt und neue Dinge ausprobiert: Materialien, Designs, Managementmethoden und Meetingrhythmen. Aus einem kleinen Start Up ist ein echtes Unternehmen geworden und im Fuchsbau ist das Rudel auf über 90 Mitglieder angewachsen. 

Wie viele Wildlinge sind genug?

Als wir, Anna und Ran, 2015 beim Crowdfunding 1500 Paar Wildlinge verkaufen wollten, dachten wir: Hoffentlich werden wir die los! Im ersten Rutsch ging es dann aber doch so schnell, dass wir überlegten, wie es weiter geht. 

Mit wenig Kapital in der Hinterhand mussten wir bei der Mengenplanung für die nächste Saison viele Dinge berücksichtigen: Wie viel Geld haben wir, wie viel können wir von der Bank bekommen, wie viel Stoff und Material können wir einplanen und finanzieren und was machen wir, wenn wir die Stückzahlen verdoppeln, aber doch nur so viele Paar Schuhe verkaufen wie jetzt im Crowdfunding? Was, wenn ein Konkurrent auf dem Markt auftaucht, der ein ähnliches Modell verkauft, aber für den halben Preis? Was machen wir, wenn ein Lieferant nicht liefern kann und wir nicht schnell genug Ersatz bekommen oder die Fabrik in Portugal sagt, sie können nicht mehr Wildlinge produzieren - sie haben ja noch andere Kunden und arbeiten nicht ausschließlich für uns.

Mit diesen Fragen im Hinterkopf haben wir die Mengen unserer Wildlinge von Saison zu Saison angepasst. (Mehr darüber im Artikel zu Slow Fashion.

Jedes Mal haben wir bis zum Launch die Luft angehalten und die Daumen gedrückt, dass wir irgendwie richtig liegen. Meistens hatten wir Glück und am Saisonende keine Schuhe mehr, ganz absichtlich, denn das war im Hinblick auf die Ressourcenplanung unser Ziel.. 

“Das macht ihr doch mit Absicht um Begehrlichkeiten zu wecken!”

Oft hören wir, dass wir das doch absichtlich machen, mit der begrenzten Anzahl von Schuhen. Um Interesse zu wecken oder Begehrlichkeiten. Ehrlich gesagt macht uns dieses “Argument” etwas ratlos. Vielleicht funktioniert dieses Prinzip bei hochpreisigen Konsumgütern wie Uhren oder Autos. Natürlich gibt es “Limited Editions” auch mal bei uns. Das hat bei Wildling meistens mit der begrenzten Verfügbarkeit von Stoffen und Materialien zu tun, aber nicht mit einer wohlüberlegten Marketingstrategie. Unsere Schuhe künstlich zu verknappen wäre aus wirtschaftlicher Sicht unsinnig, schließlich würde das weniger Umsatz bedeuten. 

Gute Stimmung online und offline

Allerdings können wir es uns genauso wenig leisten, zu viele Schuhe zu produzieren, die keiner mehr haben will: Denn wir sind bereits in Vorkasse gegangen, haben unsere Lieferanten bezahlt, die Fabrikanten in Portugal, wir haben laufende Kosten für Personal und Lagerhaltung - sprich: jeder Wildling, der ungenutzt im Lager steht, kostet bares Geld. Wir wollen nicht auf Masse produzieren, solange die Gefahr besteht, dass diese Masse hinterher in den Regalen liegen bleibt - wir wollen ressourcenschonend arbeiten und respektvoll mit dem, was unsere Lieferanten produzieren, umgehen. 

Von den einen zu wenig, von den anderen zu viel

Während wir also regelmäßig hören, wir sollten mehr Schuhe machen, stellen wir inzwischen fest: Wir haben noch zu viele Schuhe. Nicht alle Modelle und nicht alle Größen, aber doch nennenswerte Mengen. 

Tja, und nun, von den einen zu wenig, von den anderen zu viel. Die Gründe dafür können buchstäblich saisonabhängig und so launisch wie das Wetter sein: Während die Sandale so viel besser ankam, als wir es uns erhofft haben und der Sommer seinem Namen dieses Jahr alle Ehre machte, musste das Wiesel mit seiner wasserabweisenden Membran im Lager Schnürsenkel drehen. Hätte es den Sommer über hauptsächlich geregnet, wäre das Wiesel vermutlich als erstes ausverkauft gewesen. Manchmal bleiben auch einzelne Größen übrig - offenbar tragen Menschen mit großen Füßen ungern altrosa oder Print. Und während die roten Modelle Tanuki Asahi und Rosenrot noch ziemlich gut liefen, kam der Keshi (Mohn) nicht angemessen zur Blüte. 

Alles in allem sind wir immer noch ein junges Unternehmen, auch wenn es manchem, der oder die seit dem Crowdfunding dabei ist, gar nicht mehr so erscheint. Wir arbeiten mit Erfahrungswerten und den wenigen Daten aus den Vorjahren. Dann schütten wir eine Prise Optimismus darüber und verdoppeln beispielsweise die Gesamtmenge. In den ersten Kollektionen waren es letztendlich (fast) immer zu wenig - was wir aber nicht wissen konnten - inzwischen betrifft es, immer mal wieder, einzelne Modelle oder Größen.

Nehmen wir an, unser Produktteam hat sich ein neues Modell wie die Flora ausgedacht: 

So eine Flora mit dem einzigartigen Print ist schon was Besonderes. Andererseits tragen die meisten Menschen eher schlichte Schuhe.

Der Rest ist ein bisschen Glücksspiel: Vielleicht gefällt allen der Print, aber der Reißverschluss nicht. Vielleicht ist es umgekehrt. Vielleicht denken aber die meisten auch: Wow, den Schuh muss ich haben! Und sie sind zwei Stunden nach dem Launch ausverkauft. Wollen wir dann Nachschub haben, kann es Wochen dauern: Wir brauchen den Stoff, der muss bedruckt werden, dann hat aber unsere Produktion in Portugal gerade keine Kapazitäten, weil sie ein anderes, bereits geplantes Modell produzieren und so würde eine Nachlieferung der Flora Wochen dauern - und dann ist schon Winter. 

Ein anderes Beispiel: Als wir die Cubs launchten, wetteten wir im Team Wildling, wie schnell die erste Lieferung verkauft sein würden. Viele tippten auf 48 Stunden, fast alle dachten, innerhalb einer Woche seien sie ausverkauft. Wir haben alle die Wette verloren, denn die kleinste Größe blieb ziemlich lange im Dachsbau - mit Schuhgröße 18 laufen wohl doch noch nicht so viele Kleinkinder durch die Gegend.

Um es kurz zu machen: Es bräuchte eine Kristallkugel um die genaue Menge der Wildlinge, die wir in einer Saison verkaufen werden, vorher zu bestimmen. 

Darum gibt es jetzt einen Sale

Die Wildlinge, die diesen Sommer nicht verkauft werden, stehen dann im Lager in Osberghausen und sehen nur die Regalreihen um sich herum. Bald kommt die Herbst-/Winterkollektion und unser Lager braucht Platz, und die Wildlinge brauchen frische Luft. Im nächsten Sommer gibt es neue Modelle in anderen Farben, vielleicht aus anderen Materialien. Also schubsen wir die verbliebenen Wildlinge ein bisschen vor die Tür, in der Hoffnung, dass auch diejenigen, die immer mal mit einem Paar geliebäugelt haben, die aber skeptisch sind, überzeugt werden. Oder diejenigen glücklich zu machen, für die das Familienbudget eben sonst nicht reicht, um die Kinder mit Wildlingen auszustatten. Und für jede_n, der sich über ein weiteres Paar Wildlinge freut.

20 % Rabatt (auf den Nettopreis) bekommt ihr noch bis zum 18.08.19 um 23.59 Uhr. Mögen viele Wildlinge ein neues Zuhause finden!

Run wild! Anna, Ran und die Wildlinge

Titelbild: wildundwunderbar