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Ein kalter Nachmittag in Köln. Hinter einer bunten Außenfassade versteckt sich der Ort, an dem die Magie passiert - hier werden (Schuh-)Träume entworfen und mancher auch wieder fallen gelassen, es wird mit Ideen jongliert und leidenschaftlich über Senkelfarben diskutiert. Im Atelier von Wildling arbeiten Kristin, Sabine, Katina und Pia  zwischen Wänden voller Skizzen und Stoffbahnen mit einem aufmerksamen Auge fürs Detail. Hier werden Nahtfarben genauso viel Gewicht bemessen wie Materialstrukturen, damit am Ende ein Schuh entsteht, der nicht nur sie, sondern auch möglichst viele Kund_innen glücklich macht.


Und während die ersten Sommerwildlinge sich aus ihrem Winterquartier in Portugal aufmachen, laufen schon längst die Planungen für die Herbst-/ Winterkollektion 2020.

Neben dem Glücksgriff der langjährigen Zusammenarbeit mit Nordwolle möchte Wildling auch im kommenden Herbst und Winter wieder das ein oder andere gefütterte Modell ohne tierische Materialien anbieten.

Die ersten Jahre waren die veganen Modelle mit Polyesterplüsch gefüttert - zwar warm, aber synthetisch und weder aus recycelten noch kompostierbaren Materialien. Zu diesem Zeitpunkt war es die beste Lösung, doch drückte uns hier im übertragenen Sinne etwas der Schuh, da die Verwendung eines solches Materials nicht zu den Ansprüchen passt, die Wildling an sich selbst stellt. 

Kristin und ihre Kolleginnen sind froh, mit Hanf-Flachsvlies dieses Jahr endlich eine vegane und zugleich plastikfreie Alternative zu Wolle gefunden zu haben, aber dennoch sind sie ständig weiter auf der Suche nach Verbesserung. Das scheint so ein Ding zu sein im Hause Wildling.


Kriterien für ein Futtermaterial

Aber welche Anforderungen sollte ein Futtermaterial für Winterschuhe eigentlich erfüllen?

Ganz wichtig: es sollte natürlich warm halten. Aber dabei nicht so dick sein, dass es Auswirkungen auf die Größe der Schuhe oder die Passform hat. Möglichst kein Wasser aufsaugen, oder dieses schnell wieder abgeben können. Um Stinkefüße zu vermeiden, sollte es auch nicht auf Feuchtigkeit bzw Bakterien reagieren und geruchshemmend sein, und nach Möglichkeit natürlichen Ursprungs. Wenn aber ein synthetisches Material verwendet werden muss, dann sollte es kompostierbar sein, oder zumindest aus recycelten Materialien bestehen.

Wolle erfüllt all diese Kriterien, besonders die nachhaltige Nordwolle. Aber gibt es auch ein veganes Material, welches all dies kann?

Nachdem bereits Polyesterplüsch verwendet wurde, liegt ein ähnliches, aber plastikfreies Material natürlich nahe: Baumwollplüsch. Erhältlich auch in Bioqualität aus nachhaltigem Anbau. Doch leider hat es ein paar Nachteile: es tritt sich schnell platt, so dass zwischen den Fasern kein Platz mehr für warme Luft bleibt und das Plüsch seine wärmenden Eigenschaften verliert. Außerdem mag es Feuchtigkeit. Einmal mit Wasser vollgesogen, bleibt es nass. Und da niemand im Winter kalte und nasse Füße haben möchte, fällt Baumwollplüsch als Materialoption weg.

Die Suche führt unser Produktteam in die Urwaldregionen Asiens und Südamerikas, zu einem Material, das auch als pflanzliche Daunen bezeichnet wird: Kapok. In den Früchten bzw. Kapseln des bis zu 50 m hoch wachsenden tropischen Baumes versteckt sich Samenwolle - flauschige Fasern. Sie sind hohl, extrem leicht und außen mit einer Wachsschicht umgeben - so saugen sie sich nicht mit Wasser voll, sondern schwimmen auf der Wasseroberfläche. Seit Jahrhunderten wird Kapok deshalb als Füllmaterial, z.B. von Rettungsringen oder Schwimmwesten, aber auch als Dämmmaterial verwendet. Kapokbäume dienen der Aufforstung von Böden und wachsen wild.

Klingt, als hätten wir doch das perfekte Futtermaterial gefunden! Vegan, warm, wasserabweisend, ökologisch und nachhaltig, leicht und flauschig! Sogar ein möglicher Lieferpartner aus den Niederlanden wurde auf den Performance Days München schon gefunden. Doch bei all der Begeisterung über das tolle Material an sich bleibt noch eine Frage offen: wie sind die Arbeitsbedingungen der Menschen, die Kapokfrüchte ernten?

Wasserabweisend und warm - aber wie sind die Arbeitsbedingungen?


Die Früchte werden nicht mit Maschinen, sondern per Hand geerntet, und da die Bäume bis zu 50 Meter hoch wachsen, möchten wir garantieren, dass die Sicherheit der Pflücker_innen gewährleistet ist. Zu einem ökologischen und nachhaltigen Wirtschaften gehört vor allem auch, die an der Produktion beteiligten Menschen zu berücksichtigen und faire und sichere Arbeitsbedingungen zu garantieren.

Solange wir diesbezüglich noch auf Antworten warten, geht die Suche nach einem nachhaltigen und funktionalen veganen Futtermaterial weiter.

Auf der Messe Performance Days München ist  auch ein Hersteller einer synthetischen Daunen-Alternative vertreten. Die Firma stellt seit Jahren eine synthetische Alternative zu Daunen her, die geprüfte thermoregulierende Eigenschaften hat und bereits vielfach als Dämmschicht im Einsatz ist. Es ist zwar ein synthetisches Material, besteht allerdings zu 100% aus recycelten Materialien und ist zu 94% abbaubar. Zudem ist es schnell trocknend und geruchlos.

Dieses Material überzeugt auch durch die lange Erfahrung und die vielen Testreihen, die es bei diesem Hersteller bereits durchlaufen hat. Doch bleibt es synthetisch, wenn auch kompostierbar.

Und was wird nun das neue Futtermaterial für die wollfreien Modelle im nächsten Herbst und Winter?
Oder bleibt es bei Hanf-Flachsvlies? Die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab und ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Noch wurde keines der hier vorgestellten Materialien auf die Verarbeitungsmöglichkeit für Wildling getestet und die Suche wird fortgesetzt. Es bleibt also weiter spannend! Nur eines ist klar: Es wird warm halten und Produktion und Ernte werden den fairen und nachhaltigen Standards entsprechen, die Wildling sich gesetzt hat - für Natur und Menschen. 

Run wild! Anna, Ran & Team Wildling

 

Ein kalter Nachmittag in Köln. Hinter einer bunten Außenfassade versteckt sich der Ort, an dem die Magie passiert - hier werden (Schuh-)Träume entworfen und mancher auch wieder fallen gelassen, es wird mit Ideen jongliert und leidenschaftlich über Senkelfarben diskutiert. Im Atelier von Wildling arbeiten Kristin, Sabine, Katina und Pia  zwischen Wänden voller Skizzen und Stoffbahnen mit einem aufmerksamen Auge fürs Detail. Hier werden Nahtfarben genauso viel Gewicht bemessen wie Materialstrukturen, damit am Ende ein Schuh entsteht, der nicht nur sie, sondern auch möglichst viele Kund_innen glücklich macht.


Und während die ersten Sommerwildlinge sich aus ihrem Winterquartier in Portugal aufmachen, laufen schon längst die Planungen für die Herbst-/ Winterkollektion 2020.

Neben dem Glücksgriff der langjährigen Zusammenarbeit mit Nordwolle möchte Wildling auch im kommenden Herbst und Winter wieder das ein oder andere gefütterte Modell ohne tierische Materialien anbieten.

Die ersten Jahre waren die veganen Modelle mit Polyesterplüsch gefüttert - zwar warm, aber synthetisch und weder aus recycelten noch kompostierbaren Materialien. Zu diesem Zeitpunkt war es die beste Lösung, doch drückte uns hier im übertragenen Sinne etwas der Schuh, da die Verwendung eines solches Materials nicht zu den Ansprüchen passt, die Wildling an sich selbst stellt. 

Kristin und ihre Kolleginnen sind froh, mit Hanf-Flachsvlies dieses Jahr endlich eine vegane und zugleich plastikfreie Alternative zu Wolle gefunden zu haben, aber dennoch sind sie ständig weiter auf der Suche nach Verbesserung. Das scheint so ein Ding zu sein im Hause Wildling.


Kriterien für ein Futtermaterial

Aber welche Anforderungen sollte ein Futtermaterial für Winterschuhe eigentlich erfüllen?

Ganz wichtig: es sollte natürlich warm halten. Aber dabei nicht so dick sein, dass es Auswirkungen auf die Größe der Schuhe oder die Passform hat. Möglichst kein Wasser aufsaugen, oder dieses schnell wieder abgeben können. Um Stinkefüße zu vermeiden, sollte es auch nicht auf Feuchtigkeit bzw Bakterien reagieren und geruchshemmend sein, und nach Möglichkeit natürlichen Ursprungs. Wenn aber ein synthetisches Material verwendet werden muss, dann sollte es kompostierbar sein, oder zumindest aus recycelten Materialien bestehen.

Wolle erfüllt all diese Kriterien, besonders die nachhaltige Nordwolle. Aber gibt es auch ein veganes Material, welches all dies kann?

Nachdem bereits Polyesterplüsch verwendet wurde, liegt ein ähnliches, aber plastikfreies Material natürlich nahe: Baumwollplüsch. Erhältlich auch in Bioqualität aus nachhaltigem Anbau. Doch leider hat es ein paar Nachteile: es tritt sich schnell platt, so dass zwischen den Fasern kein Platz mehr für warme Luft bleibt und das Plüsch seine wärmenden Eigenschaften verliert. Außerdem mag es Feuchtigkeit. Einmal mit Wasser vollgesogen, bleibt es nass. Und da niemand im Winter kalte und nasse Füße haben möchte, fällt Baumwollplüsch als Materialoption weg.

Die Suche führt unser Produktteam in die Urwaldregionen Asiens und Südamerikas, zu einem Material, das auch als pflanzliche Daunen bezeichnet wird: Kapok. In den Früchten bzw. Kapseln des bis zu 50 m hoch wachsenden tropischen Baumes versteckt sich Samenwolle - flauschige Fasern. Sie sind hohl, extrem leicht und außen mit einer Wachsschicht umgeben - so saugen sie sich nicht mit Wasser voll, sondern schwimmen auf der Wasseroberfläche. Seit Jahrhunderten wird Kapok deshalb als Füllmaterial, z.B. von Rettungsringen oder Schwimmwesten, aber auch als Dämmmaterial verwendet. Kapokbäume dienen der Aufforstung von Böden und wachsen wild.

Klingt, als hätten wir doch das perfekte Futtermaterial gefunden! Vegan, warm, wasserabweisend, ökologisch und nachhaltig, leicht und flauschig! Sogar ein möglicher Lieferpartner aus den Niederlanden wurde auf den Performance Days München schon gefunden. Doch bei all der Begeisterung über das tolle Material an sich bleibt noch eine Frage offen: wie sind die Arbeitsbedingungen der Menschen, die Kapokfrüchte ernten?

Wasserabweisend und warm - aber wie sind die Arbeitsbedingungen?


Die Früchte werden nicht mit Maschinen, sondern per Hand geerntet, und da die Bäume bis zu 50 Meter hoch wachsen, möchten wir garantieren, dass die Sicherheit der Pflücker_innen gewährleistet ist. Zu einem ökologischen und nachhaltigen Wirtschaften gehört vor allem auch, die an der Produktion beteiligten Menschen zu berücksichtigen und faire und sichere Arbeitsbedingungen zu garantieren.

Solange wir diesbezüglich noch auf Antworten warten, geht die Suche nach einem nachhaltigen und funktionalen veganen Futtermaterial weiter.

Auf der Messe Performance Days München ist  auch ein Hersteller einer synthetischen Daunen-Alternative vertreten. Die Firma stellt seit Jahren eine synthetische Alternative zu Daunen her, die geprüfte thermoregulierende Eigenschaften hat und bereits vielfach als Dämmschicht im Einsatz ist. Es ist zwar ein synthetisches Material, besteht allerdings zu 100% aus recycelten Materialien und ist zu 94% abbaubar. Zudem ist es schnell trocknend und geruchlos.

Dieses Material überzeugt auch durch die lange Erfahrung und die vielen Testreihen, die es bei diesem Hersteller bereits durchlaufen hat. Doch bleibt es synthetisch, wenn auch kompostierbar.

Und was wird nun das neue Futtermaterial für die wollfreien Modelle im nächsten Herbst und Winter?
Oder bleibt es bei Hanf-Flachsvlies? Die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab und ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Noch wurde keines der hier vorgestellten Materialien auf die Verarbeitungsmöglichkeit für Wildling getestet und die Suche wird fortgesetzt. Es bleibt also weiter spannend! Nur eines ist klar: Es wird warm halten und Produktion und Ernte werden den fairen und nachhaltigen Standards entsprechen, die Wildling sich gesetzt hat - für Natur und Menschen. 

Run wild! Anna, Ran & Team Wildling