Trotz des Wildling Wachstums der letzten Monate bleibt das Gefühl, in einem Familienunternehmen zu arbeiten, bestehen. Vermutlich, weil auch ganz praktisch die Familie der Gründer Anna und Ran von Anfang an involviert ist: Das Elternhaus von Anna im Bergischen ist Raum für Meetings, die Fotomodelle sind Freunde und Familie - und für die Fotoshootings, die Bildsprache und unseren Instagram Kanal ist von Beginn an Sarah, Annas Schwester, verantwortlich.

Die Fotografin pendelt zwischen Argentinien und dem bergischen Land und stellt ihre Bilder auf der ganzen Welt aus. Sie fotografiert für Nachrichten- und Bildagenturen und mag vor allem die Leerstellen in der Kunst, die der Betrachterin Raum lassen, die eigene Geschichte mit dem Bild zu verknüpfen.

Sarah Pabst in der 488 Gallery

Sarah in ihrer Ausstellung “Zukunft”, 488Gallery

Sarah, erzähl mal: Wer bist du und wie arbeitest du?

Ich heiße Sarah Pabst und bin Fotografin. Oder wie es auch so schön heißt: Visual Artist. Nach meinem Kunststudium mit Schwerpunkt Fotografie und Malerei bin ich nach Buenos Aires, Argentinien gezogen. Und seit der Gründung von Wildling mache ich die Fotos.

Licht und Dunkelheit spielen eine große Rolle in meinen Bildern. Das kommt wahrscheinlich von der Malerei und der großen Liebe zu Malern wie Caravaggio. Das eine - Licht - wäre ohne das andere - Schatten - nicht möglich. Auch wir haben beides in uns: Licht und Schatten.

Die Fotografie ist seit vielen Jahren mein Medium. Durch sie kann ich ausdrücken, was ich fühle, was mich bedrückt, glücklich macht, bewegt und beschäftigt. Neben meinen fotodokumentarischen Arbeiten für Medien wie “Der Spiegel”, “Bloomberg News” und diversen anderen arbeite ich seit einigen Jahren an sehr persönlichen Projekten. Sie beschäftigen sich vor allem mit meinem Leben, meiner Familie, ihrer Geschichte und meinem Alltag.

Ich liebe die Kamera, sie ermöglicht mir das auszudrücken, was mich bewegt und Dinge anders zu sehen, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Auch wenn ich für Aufträge meistens digital arbeite, wähle ich für persönliche Projekte oft analoge Kameras, Mittelformat oder sogar die Plattenkamera. Das langsame Arbeiten bringt einfach ganz andere Ergebnisse.

Meine Bilder sind viel gereist und waren schon in Museen und Galerien auf der ganzen Welt: Argentinien, Deutschland, USA (dort hing z.B. ein Portrait aus dem ersten Wildling Shooting!), Griechenland, Frankreich und Kroatien, um ein paar Länder zu nennen. Ich liebe es, wenn Sammler mir Fotos von meinen gerahmten Werken bei sich schicken.

Bei den Wildling Shootings möchte ich einen möglichst klaren Ausdruck in den Modellen sehen, sei es bei den Kindern oder den Erwachsenen, denn dann ermöglicht es dem Betrachter sich selbst mit der Situation zu identifizieren.

Bei der Betrachtung von Bildern gibt es Leerstellen, Dinge die wir nicht wissen können, Geheimnisse. Diese Leerstellen füllen wir als Betrachter mit unseren eigenen Erlebnissen. Alles zu erzählen ist langweilig.

Wild zu sein, frei zu sein im Herzen, das ist ein Lebensgefühl. Wildlinge sind starke Persönlichkeiten: Kinder wie Ronja Räubertochter oder Julie von den Wölfen, ein Buch, das ich als Kind geliebt habe.

Das gleiche gilt für Rewild - die Models hier wissen wer sie sind, sie sind unangepasst, bewahren diese einzigartige Stärke in sich, erwidern den Blick oder schauen in ihre eigene Zukunft, aber fühlen, wie das Herz wild schlägt.

Die Modelle sind immer Freunde von uns oder Bekannte, Teammitglieder - Menschen die oft zum ersten Mal vor der Kamera stehen. Das ist für mich als Fotografin auch eine Herausforderung, aber es soll nicht anders sein, denn Wildling ist eben auch authentisch.

In den Shootings sind zum Beispiel die Gründerkinder (meine Nichten und Neffen), mein Mann und meine Tochter versteckt.

Die letzten Shootings wurden bei Minus 2 Grad in einer alten Fabrik geshootet - in Sommerkleidung. Da wird den Modellen (und auch Fotografen) oft viel abverlangt. Aber wenn ich dann die Bilder hinterher sehe, hüpft mein Herz vor Freude!

Was verbindest du mit dem Wort “wild” und wann fühlst du dich wild und frei?

Früher habe ich oft wild mit gefährlich gleichgesetzt und habe zum Beispiel eine Serie in den damals noch nicht befriedeten Favelas von Rio de Janeiro fotografiert, bewacht von einem der gefährlichsten Männer der Stadt. Da bin ich irgendwie durch Zufall reingeschlittert (und auch zum Glück heil wieder raus).

Seitdem ich Mutter bin, bin ich doch vorsichtiger geworden und versuche Risiken besser abzuschätzen. Das letzte mal wild und frei hab ich mich gestern Abend gefühlt - ich habe Salsamusik angemacht und bin durch die Wohnung getanzt - manchmal braucht man nicht mehr.

2007 - in einer Favela von Rio

Welche kindlichen Eigenschaften hast du dir bis heute bewahrt?

Eine große Neugier und vor allem meine Liebe zu Menschen und Tieren. Manchmal bin ich nach wie vor das kleine Mädchen, das umgeben von Wald und auf dem Pferderücken aufgewachsen ist. Auch in der Megametropole Buenos Aires.

Deshalb ist Natur auch so wichtig in meinen Projekten - “Zukunft”, ein Projekt über den Zweiten Weltkrieg, meine Familie und Erinnerungen beinhaltet viele Fotos im Wald. Und übrigens auch ein Portrait der Yona-Familie, denn Anna ist meine Schwester :)

In der Natur finde ich zu mir selbst. Ohne sie kann ich nicht leben. Ich versuche so oft es geht rauszufahren, in den Tigre oder die Pampa.

Was wünschst du dir für eine nachhaltige Zukunft?

Nachhaltigkeit ist mir seit der Geburt meiner Tochter noch viel wichtiger geworden. Ich führe einen Kampf gegen Plastik, aber fühle mich oft so hilflos. Ich habe Angst davor, was für eine Welt wir unseren Kindern überlassen. Die Klimaerwärmung lässt sich schon so sehr spüren - vor ein paar Tagen waren es 21 Grad in Feuerland und -5 in der nördlichen, sonst warmen, Provinz Jujuy von Argentinien. Ich wünsche mir, dass vor allem die Politik endlich Verantwortung zeigt für eine nachhaltige Zukunft. Aber wenn ich mich so umschaue, wird das wohl leider ein Traum bleiben.

Was sagst du zu den Wildlingen an deinen Füßen?

Ich trage seit der ersten Stunde Wildlinge und außer am Strand nichts anderes. Und jeden Tag liege ich meiner Familie in den Ohren, dass ich Sandalen brauche in unserem heißen Klima. An denen wird fieberhaft gearbeitet. Es bleibt also spannend!

Hier könnt ihr Sarah bei der Arbeit für das Rewild Shooting sehen:

Und hier noch ein paar Auszüge ihrer Werke, nicht nur für Wildling:

"Reem"

"Lina"

Agenturfotografie - große Politik für Bloomberg

Mehr über Sarah und ihre Arbeit könnt ihr auf ihrer Website https://www.sarahpabst.com/ lesen. Auf ihrem Instagram Kanal könnt ihr ihr Leben und ihre Arbeit aktuell verfolgen: https://www.instagram.com/_sarahpabst_/

Danke, Sarah, für die tollen Fotos und Run Wild!

Dein Team Wildling

 

Trotz des Wildling Wachstums der letzten Monate bleibt das Gefühl, in einem Familienunternehmen zu arbeiten, bestehen. Vermutlich, weil auch ganz praktisch die Familie der Gründer Anna und Ran von Anfang an involviert ist: Das Elternhaus von Anna im Bergischen ist Raum für Meetings, die Fotomodelle sind Freunde und Familie - und für die Fotoshootings, die Bildsprache und unseren Instagram Kanal ist von Beginn an Sarah, Annas Schwester, verantwortlich.

Die Fotografin pendelt zwischen Argentinien und dem bergischen Land und stellt ihre Bilder auf der ganzen Welt aus. Sie fotografiert für Nachrichten- und Bildagenturen und mag vor allem die Leerstellen in der Kunst, die der Betrachterin Raum lassen, die eigene Geschichte mit dem Bild zu verknüpfen.

Sarah Pabst in der 488 Gallery

Sarah in ihrer Ausstellung “Zukunft”, 488Gallery

Sarah, erzähl mal: Wer bist du und wie arbeitest du?

Ich heiße Sarah Pabst und bin Fotografin. Oder wie es auch so schön heißt: Visual Artist. Nach meinem Kunststudium mit Schwerpunkt Fotografie und Malerei bin ich nach Buenos Aires, Argentinien gezogen. Und seit der Gründung von Wildling mache ich die Fotos.

Licht und Dunkelheit spielen eine große Rolle in meinen Bildern. Das kommt wahrscheinlich von der Malerei und der großen Liebe zu Malern wie Caravaggio. Das eine - Licht - wäre ohne das andere - Schatten - nicht möglich. Auch wir haben beides in uns: Licht und Schatten.

Die Fotografie ist seit vielen Jahren mein Medium. Durch sie kann ich ausdrücken, was ich fühle, was mich bedrückt, glücklich macht, bewegt und beschäftigt. Neben meinen fotodokumentarischen Arbeiten für Medien wie “Der Spiegel”, “Bloomberg News” und diversen anderen arbeite ich seit einigen Jahren an sehr persönlichen Projekten. Sie beschäftigen sich vor allem mit meinem Leben, meiner Familie, ihrer Geschichte und meinem Alltag.

Ich liebe die Kamera, sie ermöglicht mir das auszudrücken, was mich bewegt und Dinge anders zu sehen, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Auch wenn ich für Aufträge meistens digital arbeite, wähle ich für persönliche Projekte oft analoge Kameras, Mittelformat oder sogar die Plattenkamera. Das langsame Arbeiten bringt einfach ganz andere Ergebnisse.

Meine Bilder sind viel gereist und waren schon in Museen und Galerien auf der ganzen Welt: Argentinien, Deutschland, USA (dort hing z.B. ein Portrait aus dem ersten Wildling Shooting!), Griechenland, Frankreich und Kroatien, um ein paar Länder zu nennen. Ich liebe es, wenn Sammler mir Fotos von meinen gerahmten Werken bei sich schicken.

Bei den Wildling Shootings möchte ich einen möglichst klaren Ausdruck in den Modellen sehen, sei es bei den Kindern oder den Erwachsenen, denn dann ermöglicht es dem Betrachter sich selbst mit der Situation zu identifizieren.

Bei der Betrachtung von Bildern gibt es Leerstellen, Dinge die wir nicht wissen können, Geheimnisse. Diese Leerstellen füllen wir als Betrachter mit unseren eigenen Erlebnissen. Alles zu erzählen ist langweilig.

Wild zu sein, frei zu sein im Herzen, das ist ein Lebensgefühl. Wildlinge sind starke Persönlichkeiten: Kinder wie Ronja Räubertochter oder Julie von den Wölfen, ein Buch, das ich als Kind geliebt habe.

Das gleiche gilt für Rewild - die Models hier wissen wer sie sind, sie sind unangepasst, bewahren diese einzigartige Stärke in sich, erwidern den Blick oder schauen in ihre eigene Zukunft, aber fühlen, wie das Herz wild schlägt.

Die Modelle sind immer Freunde von uns oder Bekannte, Teammitglieder - Menschen die oft zum ersten Mal vor der Kamera stehen. Das ist für mich als Fotografin auch eine Herausforderung, aber es soll nicht anders sein, denn Wildling ist eben auch authentisch.

In den Shootings sind zum Beispiel die Gründerkinder (meine Nichten und Neffen), mein Mann und meine Tochter versteckt.

Die letzten Shootings wurden bei Minus 2 Grad in einer alten Fabrik geshootet - in Sommerkleidung. Da wird den Modellen (und auch Fotografen) oft viel abverlangt. Aber wenn ich dann die Bilder hinterher sehe, hüpft mein Herz vor Freude!

Was verbindest du mit dem Wort “wild” und wann fühlst du dich wild und frei?

Früher habe ich oft wild mit gefährlich gleichgesetzt und habe zum Beispiel eine Serie in den damals noch nicht befriedeten Favelas von Rio de Janeiro fotografiert, bewacht von einem der gefährlichsten Männer der Stadt. Da bin ich irgendwie durch Zufall reingeschlittert (und auch zum Glück heil wieder raus).

Seitdem ich Mutter bin, bin ich doch vorsichtiger geworden und versuche Risiken besser abzuschätzen. Das letzte mal wild und frei hab ich mich gestern Abend gefühlt - ich habe Salsamusik angemacht und bin durch die Wohnung getanzt - manchmal braucht man nicht mehr.

2007 - in einer Favela von Rio

Welche kindlichen Eigenschaften hast du dir bis heute bewahrt?

Eine große Neugier und vor allem meine Liebe zu Menschen und Tieren. Manchmal bin ich nach wie vor das kleine Mädchen, das umgeben von Wald und auf dem Pferderücken aufgewachsen ist. Auch in der Megametropole Buenos Aires.

Deshalb ist Natur auch so wichtig in meinen Projekten - “Zukunft”, ein Projekt über den Zweiten Weltkrieg, meine Familie und Erinnerungen beinhaltet viele Fotos im Wald. Und übrigens auch ein Portrait der Yona-Familie, denn Anna ist meine Schwester :)

In der Natur finde ich zu mir selbst. Ohne sie kann ich nicht leben. Ich versuche so oft es geht rauszufahren, in den Tigre oder die Pampa.

Was wünschst du dir für eine nachhaltige Zukunft?

Nachhaltigkeit ist mir seit der Geburt meiner Tochter noch viel wichtiger geworden. Ich führe einen Kampf gegen Plastik, aber fühle mich oft so hilflos. Ich habe Angst davor, was für eine Welt wir unseren Kindern überlassen. Die Klimaerwärmung lässt sich schon so sehr spüren - vor ein paar Tagen waren es 21 Grad in Feuerland und -5 in der nördlichen, sonst warmen, Provinz Jujuy von Argentinien. Ich wünsche mir, dass vor allem die Politik endlich Verantwortung zeigt für eine nachhaltige Zukunft. Aber wenn ich mich so umschaue, wird das wohl leider ein Traum bleiben.

Was sagst du zu den Wildlingen an deinen Füßen?

Ich trage seit der ersten Stunde Wildlinge und außer am Strand nichts anderes. Und jeden Tag liege ich meiner Familie in den Ohren, dass ich Sandalen brauche in unserem heißen Klima. An denen wird fieberhaft gearbeitet. Es bleibt also spannend!

Hier könnt ihr Sarah bei der Arbeit für das Rewild Shooting sehen:

Und hier noch ein paar Auszüge ihrer Werke, nicht nur für Wildling:

"Reem"

"Lina"

Agenturfotografie - große Politik für Bloomberg

Mehr über Sarah und ihre Arbeit könnt ihr auf ihrer Website https://www.sarahpabst.com/ lesen. Auf ihrem Instagram Kanal könnt ihr ihr Leben und ihre Arbeit aktuell verfolgen: https://www.instagram.com/_sarahpabst_/

Danke, Sarah, für die tollen Fotos und Run Wild!

Dein Team Wildling

 

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