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Die Zukunft analysieren

Im Wildling Team muss es eine Gruppe von professionellen Kristallkugelleser_innen geben.

Das klingt unrealistisch?

Aber wie sonst ist es möglich, mehr als ein Jahr vorher zu wissen, welche Schuhe in welcher Menge, welcher Größe und wie oft bestellt werden?

Genau. Dafür braucht es eine Kristallkugel!
Oder jemanden, der sich mit den Sternen auskennt.
Oder eben das Wildling Supply Chain Team.

Werfen wir doch mal einen Blick auf die Arbeit des Teams, das für die Wildling Lieferkette zuständig ist, sich um Einkauf, Nachhaltigkeit, Qualitätsmanagement und eben Produktionsplanung kümmert.

Zunächst müssen wir feststellen, dass auch in den Homeoffices des Supply Teams keine Kristallkugeln, sondern handelsübliche Rechner herumstehen. Nichts mit schummrigen Licht, nichts mit Budenzauber. Nein, das Team wertet aus, vergleicht, analysiert.

Das Ziel dabei ist, ein Gleichgewicht herzustellen, zwischen einer vorsichtigen, ressourcenschonenden Planung und dem Wunsch, möglichst allen Kund_innen ihre Bestellwünsche erfüllen zu können.

Wie kann möglichst ressourcenschonend geplant werden?

Zunächst schätzt das Team die Gesamtmenge der zu produzierenden Wildlinge. Als Richtwert dafür werden die Verkaufszahlen des aktuellen und des letzten Jahres herangezogen, ein Wachstum kristallgekugelt und damit für das folgende Jahr eine Prognose gemacht.

Foto: Sandra Dienemann

Nachdem die Gesamtmenge für die Saison beschlossen wurde, müssen noch die Mengen für die unterschiedlichen Modelle festgelegt werden. Dafür kommen etwa zehn Mitglieder aus verschiedenen Wildling Teams zusammen und machen sich an die schwierige Aufgabe, Punkte an die einzelnen Modelle zu vergeben. Hier gibt es kein Richtig oder Falsch, der persönliche Geschmack und vor allem die Erfahrungswerte des einzelnen Teammitgliedes zählen. Hier wird natürlich auch überlegt, was der Wildling Kundschaft gefallen wird.
Um ein noch repräsentativeres Bild zu bekommen, ist für die Zukunft geplant (und die Zukunft ist in diesem Fall die Herbst-/ Winterkollektion 2021/22), diese Punktevergabe auf das gesamte Team auszuweiten - was sicherlich ein großer Spaß und ein Ringen um persönliche Favoriten wird …

Ist einmal festgelegt, wie viele Exemplare der Gesamtmenge auf die jeweiligen Modelle kommen, geht es an die Größenverteilung. Nicht alle Größen sind bei den verschiedenen Modellen gleich stark gefragt. Um hier einen Richtwert zu erhalten, orientiert sich das Team an historischen Verkaufsdaten (das klingt sehr, sehr archaisch, aber immerhin ist Wildling dieses Jahr fünf geworden). Es wird analysiert, wie oft sich ähnliche Modelle in welchen Größen verkauft haben. Das wird natürlich umso schwieriger, wenn neue Größen hinzu kommen, wie 2018 die Widling Cubs oder im darauffolgenden Jahr die Größen 47 und 48.

Und nach all diesen Auswertungen, Bewertungen und Prognosen steht die Produktionsmenge. Fürs erste. Aber es wird noch spezifischer.

Ein Jahr bevor die neue Kollektion erscheint...

Im besten Fall im April, oft aber auch erst im Mai/ Juni werden die Materialien für die Frühjahrs-/Sommerkollektion des Folgejahres eingekauft. Mit der Materialmenge wird endgültig festgelegt, wie viele Wildlinge eines Types maximal produziert werden können.

Etwa die Hälfte der anvisierten Menge wird pünktlich zum Saisonstart produziert. Nach dem Launch wird dann überprüft, ob das Team mit seiner Planung richtig lag: Wie verkaufen sich die jeweiligen Modelle tatsächlich?

Wenn sich herausstellt, dass ein Modell weniger gefragt ist, als erwartet, wird seine Produktion so schnell wie möglich runtergefahren. Zeichnet sich ab, dass bestimmte Modelle und Größen besonders beliebt sind, wird die Produktion nach oben angepasst. Das geht aber immer nur, solange auch Material vorhanden ist und unsere Produktionspartner in Portugal Kapazitäten haben.

Dieses Jahr war der Tanuki Niji mit seinem kleinen Statement-Regenbogen sehr gefragt und in vielen Größen schnell ausverkauft. Natürlich wurde über eine Nachproduktion diskutiert. Da hierbei aber auch grundlegende Wildling Werte wie eine ressourcenschonende Produktion wichtig waren, und das besondere Material des Tanuki (Washi) in Japan produziert wird, entschied man sich (fürs erste) gegen eine neue Order. Das rege Interesse ist aber natürlich vorgemerkt ;)


Foto: Sandra Dienemann

Wieso gibt es trotz dieser genauen Planung ab und zu einen Sale?

Natürlich gibt es eine Fehlergefahr, die erstens durch den großen zeitlichen Vorlauf und zweitens dadurch entsteht, dass Wildling ein sehr schnell wachsendes Unternehmen ist, dieses Wachstum aber nur schwer exakt planbar ist. Und drittens lässt sich über Geschmack nun mal streiten und so kann es passieren, dass sich vom Team als Mauerblümchen eingeschätzte Wildlinge als absolute Lieblinge herausstellen. Oder aber, dass Teamfavoriten es in der großen weiten Welt schwerer haben als gedacht.

Obwohl die Produktionsmenge sehr differenziert und so umsichtig wie möglich geplant wird, und obwohl spontan reagiert wird, ist eine ganz exakte Planung bis in die einzelnen Größen nie möglich.
Anders gesagt: es bleiben immer Schuhe übrig. Was, angesichts der oben beschriebenen eigentlich-eine-Kristallkugel-benötigenden Zukunftsplanung, nicht besonders viel ist.

Ungefähr im Juli wird geschaut, wie viel Platz im Lager für die kommende Kollektion benötigt wird und entschieden, ob es für die laufende Saison einen Sale geben wird. Der findet dann vor dem Launch der neuen Herbst-/Winterkollektion statt. In den Sale gehen alle Frühjahr-/ Sommermodelle, die dann hoffentlich noch zu vielen Sommerabenteuern aufbrechen dürfen.

Und ganz wichtig: kein Wildling wird weggeworfen! Alle Schuhe dürfen bleiben und sind im nächsten Frühjahr im Onlineshop erhältlich. Gleiches gilt für alle Wildlinge, die nicht den optischen Erwartungen entsprechen. Für diese wird regelmäßig ein Sale für die Liebe auf den 2. Blick (B-Ware) veranstaltet. Schuhe, bei denen in der Produktion wirklich was schief gelaufen ist, werden meist im Team verteilt oder finden auf anderen Wegen eine liebevolle Heimat.


Und während wir uns auf den kommenden Sale und den Launch der neuen Herbst-/Winterkollektion freuen, blickt das Wildling Supply Chain Team schon wieder in die Zukunft und analysiert seine Kristallkugeln für den darauffolgenden Winter …


Mehr zum Thema Sale und Slow Fashion findet sich hier.

 

Run wild!

Anna, Ran und die Wildlinge

 

Titelfoto: Sandra Dienemann

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