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Woll-Expertin: Nina von ForSchur

Wolle ist ein faszinierendes Material: Sie ist schmutz- und feuchtigkeitsabweisend, temperaturregulierend und hält auch bei kalten Temperaturen angenehm warm. In diesem Interview hat uns Marco von Nordwolle bereits einiges über Wolle und ihre besonderen Eigenschaften verraten. Heute treffen wir eine weitere Woll-Expertin.

In ihrer Berliner Manufaktur hauchen Nina und Tabea ausrangierten Wollpullovern neues Leben ein, indem sie daraus Kleidung für Kinder und Erwachsene herstellen. Jedes Stück ihres Labels ForSchur ist somit ein kuschelig-wärmendes Unikat.

Wir haben Mit-Gründerin Nina ein paar Fragen gestellt - zu sich, ihrem Unternehmen und unserem gemeinsamen Lieblings-Wintermaterial.

 

Erzähl uns etwas zu dir und ForSchur. Hast du schon immer was mit Kleidung gemacht? Wie bist du auf die Idee gekommen, Wollkleidung zu upcyceln?

Tabea und ich haben ForSchur gemeinsam vor 4 Jahren gegründet. Die Idee kam uns in der Elternzeit. Wie viele Eltern auch, fingen wir an, für unsere Babys Kleidung selbst zu nähen. Als frisch gebackene Mamas war die Nähzeit für uns besonders kostbar und dementsprechend groß war unser Anspruch, dass das Ergebnis, also das fertige Kleidungsstück, etwas ganz besonderes werden sollte. Außerdem liebten wir Wollkleidung für unsere Kinder. Wolle ist perfekt für die Kleinen, aber darauf möchte ich später noch genauer eingehen.


 

Kuschelig ausgestattet mit ForSchur (Foto: @gretasschwester

 

Wir machten uns also auf die Suche nach hochwertiger Meterware in schönen Farben aus 100% Wolle. Das war vor 5 Jahren jedoch noch nicht so einfach zu bekommen. Nähen lag zwar voll im Trend, jedoch waren es eher die bunt gemusterten Jerseystoffe, die in den Shops angeboten wurden. Durch Zufall entdeckten wir in einem Second Hand Laden einen großen Wollpullover aus 100% Merinowolle, wunderbar weich, absolut nicht kratzig und von der Größe her perfekt, um daraus Kleidung für Babys zu nähen.

Wir legten also los und waren mehr als froh über das Ergebnis. Nicht nur die Qualität und die Beschaffenheit des neu genähten Kleidungsstücks überzeugte uns, sondern auch die Herkunft des Materials: Ein Pullover, der vom Vorbesitzer nicht mehr benötigt wird, kleine Makel hat oder ein veraltetes Design, wird aufgewertet und zu einem neuen Kleidungsstück verarbeitet. So wird der textile Kreislauf entlastet und gleichzeitig müssen keine neuen Ressourcen erzeugt werden, um neue Kleidungsstücke herzustellen.

Außerdem trugen unsere Kinder ab diesem Zeitpunkt Kleidung aus Wolle, die sich auch optisch von den gängigen Wollherstellern abhob. Denn auch dort war der Markt zu dieser Zeit sehr überschaubar.

 

Was ist deine Motivation?

Ich hatte schon immer den Traum, von einer eigenen Idee und kreativer Arbeit leben zu können und auch Tabea konnte sich nie vorstellen, einen gewöhnlichen "9 to 5-Job" auszuüben. Wir suchten nach einem Job mit Sinn und etwas, was sich im besten Fall nicht nach Arbeit anfühlt. In unserem Upcyclingkonzept erkannten wir Potential, setzten uns zusammen und entwickelten einen Businessplan mit dem Anspruch, eine innovative Idee nachhaltig umzusetzen und langfristig gute Arbeitsplätze zu schaffen.

 

ForSchur und Wildling gemeinsam unterwegs (Foto: @gretasschwester)

 

Warum Wolle? Was macht sie für dich zu einem besonderen Material?

Wolle ist das perfekte Material für jede Lebenslage. Kaum ein anderes Material ist so flexibel einsetzbar, es ist eine wahre High-tech-Faser. Die Fasern sind von Natur aus schmutzabweisend und selbstreinigend. Oft reicht es aus, sie über Nacht zu lüften. Grober Schmutz kann häufig einfach ausgebürstet werden. Man braucht dadurch nur sehr wenige Kleidungsstücke, das spart Platz, Geld und Ressourcen. Wolle ist außerdem temperaturregulierend. Gerade Neugeborene, die nach der Geburt häufig Probleme haben, die Körpertemperatur zu halten, profitieren sehr von dieser Eigenschaft.

 

Gibt es etwas, was du mit Wolle auf keinen Fall machen würdest? Wenn ja, was?

Wir würden Wolle niemals wegwerfen :-D Außerdem sind wir kein Fan davon, Wolle und Baumwolle zu kombinieren. Man findet häufig Kinderkleidung aus Wolle mit Bündchen und/oder Futter aus Baumwolle. Baumwolle zieht jedoch Feuchtigkeit an und wird dann nass und kalt.

 

Woran arbeitet ihr gerade?

Wir arbeiten aktuell an unserer neuen Walkkollektion. In den letzten Jahren haben wir für unsere Produkte aus Walk verdichtete Pullis verarbeitet. Davon hatten wir aber nie annähernd genug so dass wir die hohe Nachfrage nicht ansatzweise bedienen konnten. Den Sommer über haben wir zusammen mit einer Spinnerei und einer Strickerei an einer neuen Möglichkeit gearbeitet: Für uns werden Spinnenden aus Wolle gesammelt. Das ist ein Abfallprodukt, das bei der Garnherstellung anfällt.

Diese Spinnenden werden zu einem neuen, sehr groben Garn versponnen, verstrickt und gewalkt. Teilweise lassen wir das Garn auch einfärben. So konnten wir unsere Walkhose in diesem Jahr in einer großen Stückzahl und in unseren aktuellen Lieblingsfarben produzieren und trotzdem nachhaltig sein. Der Walk ist absolut großartig, etwas dicker als üblicher Walk, unheimlich robust und 100% recycelt.

 

Dreamteam: Wildling und ForSchur (Foto: @gretasschwester)

 

Ein kalter Wintertag mit den Kindern - vielleicht gibt es sogar Schnee. Mit welchen Kleidungsstücken schützt du dich und sie vor der Kälte?

Winter und Wolle, unser Spezialgebiet! Mit Wolle lässt sich wunderbar schichten: Ganz außen empfehlen wir eine Jacke und Hose aus Walk. Walk ist winddicht und wasserabweisend. Um sie noch besser vor Feuchtigkeit zu schützen, kannst du sie vor dem Tragen mit einer lanolinhaltigen Wollkur behandeln. Darunter kann es dann gern kuschlig werden. Eine Hose aus Merinowolle und obenrum ein Hemd aus Wolle und einen Pulli aus Kaschmir. Wenn das Kind immer noch friert, kannst du noch einen Pullunder über den Pulli ziehen. An den Füßen ein paar wollige Wildlinge und auf dem Kopf unser Kapuzenschal aus Kaschmir oder der Schal und die neue Walkschirmmütze und der Winter kann kommen.

 

Vielen Dank für das Interview, liebe Nina! Wir freuen uns auf einen kuscheligen Winter.

 

Run wild!

Anna, Ran und die Wildlinge

 

Titelfoto: ForSchur Gründerinnen Tabea (links) und Nina (rechts) vor ihrem Laden in Berlin (Foto: ForSchur)

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