Nachdem wir euch letzte Woche ein wenig über unsere Materialien erzählt haben, würden wir euch heute gern hinter die Kulissen mitnehmen, und euch zeigen wie daraus ein echter Wildling wird.

Ein Schuh, der kleinen und großen Entdeckern ermöglicht, barfüßig die Welt zu erkunden, kann nicht in Fabriken hergestellt werden, in denen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen herrschen. Das war uns klar. Gleichzeitig wollten wir die Lieferwege kurz und das Produkt bezahlbar halten - darum fiel unsere Wahl auf Portugal als Produktionsstandort.

Unsere Produktion

Klopf, klopf! Tretet ein und schaut euch um.

In den Hügeln um Porto

Unsere Fabrik liegt etwa eine halbe Stunde von Porto entfernt im hügeligen Felgueiras, umgeben von Wohnhäusern und Weingärten. Der Betrieb wird gerade von der vierten Generation übernommen. Frauen arbeiten hier in allen Führungspositionen, egal ob Produktionsplanung, Einkauf oder Modellabteilung und das Management ist recht jung. Die Mitarbeiter genießen gute Bedingungen (sie erhalten z.B. ein Bruttogehalt - die Fabrik übernimmt die Steuern - und subventioniertes Essen in der hauseigenen Kantine) - was sich auch im guten, fröhlichen Arbeitsklima widerspiegelt.

Gute Planung ist alles

Gute Planung ist alles

Von der Herausforderung, Wildlinge in Form zu pressen

Neben den Arbeitsbedingungen war uns auch die Innovationsbereitschaft ein großes Anliegen, denn so ein Wildling ist auch in der Herstellungsweise eine Besonderheit. Weil Portugal (wie die meisten anderen südeuropäischen Länder) auf die Schuhproduktion aus Leder spezialisiert ist, bedeutet so ein Textilschuh schon eine Herausforderung. Gewebe verhalten sich in der Verarbeitung völlig anders als Leder - sie sind weniger formbar, lassen sich nicht abschmirgeln oder klopfen, haben die unangenehme Eigenschaft, sich unbeobachtet in ihre Einzelfäden aufzulösen und wollen immer in die gleiche Richtung geschnitten und gestanzt werden. Zudem hatten Ran und Anna von Anfang an ein ganz anderes Bild von einem Schuh im Kopf - er sollte eher einem Handschuh als einem Huf ähneln.

So kommt der Fuchs auf den Wildling

So kommt der Fuchs auf den Wildling...

Man will kaum glauben, wie viele versteifende und formgebende Teile in einem “normalen” Schuh verbaut werden - Pappe, thermoformbare Kunststoffkappen für Zehen und Ferse, Nägel, Klebstoff, Naht- und Stückverstärker. Wenn erstmal all diese unnachgiebigen Komponenten aus dem Schuh entfernt sind, verhält sich das “Ding” völlig anders. Es bewegt sich, flutscht aus den Händen und vom Arbeitstisch, wackelt und ist flugs verzogen - kurzum: es verhält sich wie ein echter Wildling. Wenn da jetzt noch in millimetergenauer Kleinstarbeit eine Sohle aufgesetzt werden muss, die mindestens genauso wabbelig und instabil ist wie der Schuhschaft, dann muss man nicht leise sein, um es in der Fabrik laut fluchen zu hören. :-)

Vom Entwurf zum fertigen Produkt

Damit dennoch alle bei Laune bleiben und trotz Wildling-Charakter einigermaßen konforme Produkte entstehen, haben wir mittlerweile vor Ort ein portugiesisches Team Wildling: Manuel und Josef kümmern sich um Qualität und Produktionsmanagement, die Rudel-Weiterentwicklung und Optimierung sowie sonstige Wehwehchen, die den hiesigen Füchsen auf dem Magen liegen.

Fleissig und fröhlich

Fleissig und fröhlich geht es zu.

Vom Entwurf bis zum fertigen Schuh, der zu euch auf Reisen gehen kann, durchläuft so ein Wildling viele Schritte. In unserem Atelier in Köln beginnt die Kollektionsplanung und auch die Weiterentwicklung neuer Modelle. Danach werden Materialien gesucht und gefunden und in Portugal erste Prototypen gefertigt. Abgenommene Muster bekommen den Status “Confirmation Samples” und dienen dann als Vorlage für die Produktion. Unserem Auftrag entsprechend werden die Materialien bestellt - ein langwieriger Prozess, da viele Materialien für uns gewebt, gewalkt, genadelt, gewachst oder eingefärbt werden. In der Produktion werden zunächst die Materialien zugeschnitten, dann die Schäfte genäht und auf den Leisten gezogen. Zum Schluss wird die Sohle aufgebracht und das fertige Paar in die Qualitätskontrolle übergeben. In Recycling-Kartons und Papier verpackt reisen die Wildlinge dann nach Engelskirchen, wo unser Lagerdachs Sascha in der Hauptsaison jede Woche eine Lieferung in Empfang nimmt.

Und während wir uns alle auf die neue Frühjahrskollektion freuen, ist die nächste schon wieder in Arbeit!

Run Wild...

Hat euch dieser Einblick gefallen? Hier könnt ihr lesen, wie Produktentwicklerin Kristin in unserem Atelier an den neuen Kollektionen arbeitet und hier erfahrt ihr mehr über das Herz von Wildling Shoes.

 

P.S. - Habt ihr Lust, unsere Produktion einmal persönlich zu besichtigen? Dann meldet euch gern für unseren Newsletter an oder folgt uns auf Instagram und Facebook und packt schon mal eure Koffer: Wir verlosen dort diesen Frühling einen All-Inclusive-Besuch unserer Produktionsstätte (inkl. Flug Köln/Porto/Köln, 2 Übernachtungen, Transport und Verpflegung vor Ort).