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Witali ist in zwei Etappen 4300 Kilometer zu Fuß durch Europa gewandert. Er hält Vorträge darüber, führt sogenannte “Wanderungen mit Sinn” durch und probiert regelmäßig verrückte Sachen aus. Uns hat er erzählt, warum er barfuß wandern möchte:

“Nach zehn Kilometern haben bereits die Füße angefangen weh zu tun. Der Rucksack fühlt sich sehr schwer an. Ich habe viel zu viel  Zeug dabei. Mittags will ich schon aufgeben und mein Zelt aufschlagen. Frage mich zum wiederholten Male, warum ich wieder aufgebrochen bin…”

So lautet mein Tagebucheintrag vom 14.09.2018, am zweiten Tag meiner 1700 km langen Tour zu Fuß von Oslo nach Köln. Obwohl ich erst acht Monate zuvor von meiner 2600 km langen Tour durch Frankreich, Spanien und Portugal zurückgekommen war, merkte ich, dass meine Füße erstmal wieder reinkommen mussten, in das lange Gehen mit Wanderschuhen und Rucksack.

In den nächsten Tagen stellte ich jedoch fest, dass es  kaum besser wurde. Ständig plagten mich Blasen an den Füßen. Es war nun Ende September in Schweden und ich lief alleine im Regen auf dem Bohusleden gen Göteborg. Es war nicht besonders warm und weil ich in der Einsamkeit des Waldes sonst nichts zu tun hatte, lief ich einfach immer weiter.

Rückblickend, jetzt wo ich gemütlich auf der Couch liege und diesen Text schreibe, war das Wandern im Wald, bei Regen, Schnee und Sonnenschein, eine der schönsten Erinnerungen. Wenn ich jedoch in mein Tagebuch schaue, taucht immer wieder ein Wort auf: Schmerz.

Ich frage mich, ob ich das umgehen kann? (Wortwitz beabsichtigt ;D) Denn ich möchte weiterlaufen. Vielleicht einmal zu Fuß um Europa herum. Das wären ja nur noch ca. 15.000 km.

Ich habe mir überlegt, einen Teil der Strecke einfach barfuß zu gehen. Der Mensch hat ja über tausende von Jahren die Welt barfuß erobert, warum kann ich das nicht auch?

Ich habe nur sehr wenig Erfahrung im Barfußlaufen - ich war und bin auch immer noch der Erste, der die Schuhe anzieht, sobald es etwas steiniger wird. Mal schauen, wie schnell sich das ändert.

Warum sich barfuß wandern lohnen kann

Barfußlaufen ist die natürlichste Form des Gehens. Unsere Füße haben eine sehr feine Sensorik, sie verbinden den Körper mit der Umgebung. Die Informationen aus dem Fuß werden in den gesamten Körper weitergeleitet. Sobald eine Sohle zwischen unseren Füßen und dem Untergrund ist, wird dieser Informationsaustausch unterbrochen. Dadurch wird die Koordination des gesamten Körpers beeinträchtigt und das unser gesamtes Leben lang. Denn wir tragen Schuhe meistens sobald wir Laufen können.

Barfußlaufen führt zu Ausgeglichenheit und Erdung. Ist es nicht genau das, wonach sich so viele stressgeplagte Menschen sehnen?

Wenn ich mir meine Fußzehen ansehe, dann laufen diese wie ein Pfeil spitz zusammen. Wenn man sich Bilder von den Füßen regelmäßiger Barfußläufer dagegen ansieht, dann stellt man fest, dass ihre Zehen weiter auseinander stehen. Viele können sogar ihre Zehen einzeln ansteuern und beispielsweise den großen Zeh heben, ohne dass sich die anderen Zehen bewegen. Wenn du das hier jetzt liest: Stelle dich mal auf den Boden  und probiere, ob du deinen großen Zeh heben kannst, ohne, dass sich die anderen Zehen auch nur einen Millimeter bewegen. Na, klappt es? Also bei mir geht hier gar nichts. Es bewegt sich einfach alles gleichzeitig, wie die Flosse eines Fisches.

Warum sollte man überhaupt die einzelnen Zehen ansteuern können? 

Das führt zu Stabilität. Du kannst so die Fläche des Fußes vergrößern und verändern. Dein großer Zeh kann alleine deinen Körper stabilisieren. Du bist dann deutlich stabiler auf deinen Füßen und vielleicht stehst du dann auch stabiler im Leben, wer weiß? Ich werde berichten.

Barfuß anfangen

Beim Weitwandern habe ich gelernt, die Dinge Schritt für Schritt anzugehen. Dabei einfach nur zu wissen, wo ich heute und nicht morgen ankommen will, hat mir geholfen mich auf den Moment zu konzentrieren und mich nicht in der unendlich wirkenden Weite von Tausenden von Kilometern zu verlieren. Ähnlich will ich mit dem barfuß laufen anfangen: in kleinen Schritten. Erst mal mit ein paar Barfußschuhen. Und wenn ich sowieso regelmäßig morgens Spazieren gehe, kann ich die Schuhe auch mal ganz ausziehen. Meine Freundin denkt übrigens, ich sei völlig gaga, deswegen versuche ich mich barfuß aus dem Haus raus zu schleichen, ohne dass sie es sieht, oder ich ziehe die Schuhe erst danach aus. Nach ein paar Monaten wird sie sich schon daran gewöhnen, hoffentlich...

Rekorde, Rekorde

Beim Recherchieren für diesen Artikel habe ich gesehen, dass der Weltrekord für die längste barfuß zurückgelegte Strecke 2080 km ist. Oh Mann! Hätte ich das doch nicht gelesen. Ich wollte eigentlich damit aufhören, über irgendwelche Rekorde nachzudenken. Mmmh, das klingt aber machbar, vielleicht in Zukunft - ich schlafe mal eine Nacht drüber…

Witali, wir wünschen dir viel Spaß und Erfolg bei all deinen Wanderungen!

Run wild! Anna, Ran & Team Wildling

Fotos: Witali Bytschkow

Witali ist in zwei Etappen 4300 Kilometer zu Fuß durch Europa gewandert. Er hält Vorträge darüber, führt sogenannte “Wanderungen mit Sinn” durch und probiert regelmäßig verrückte Sachen aus. Uns hat er erzählt, warum er barfuß wandern möchte:

“Nach zehn Kilometern haben bereits die Füße angefangen weh zu tun. Der Rucksack fühlt sich sehr schwer an. Ich habe viel zu viel  Zeug dabei. Mittags will ich schon aufgeben und mein Zelt aufschlagen. Frage mich zum wiederholten Male, warum ich wieder aufgebrochen bin…”

So lautet mein Tagebucheintrag vom 14.09.2018, am zweiten Tag meiner 1700 km langen Tour zu Fuß von Oslo nach Köln. Obwohl ich erst acht Monate zuvor von meiner 2600 km langen Tour durch Frankreich, Spanien und Portugal zurückgekommen war, merkte ich, dass meine Füße erstmal wieder reinkommen mussten, in das lange Gehen mit Wanderschuhen und Rucksack.

In den nächsten Tagen stellte ich jedoch fest, dass es  kaum besser wurde. Ständig plagten mich Blasen an den Füßen. Es war nun Ende September in Schweden und ich lief alleine im Regen auf dem Bohusleden gen Göteborg. Es war nicht besonders warm und weil ich in der Einsamkeit des Waldes sonst nichts zu tun hatte, lief ich einfach immer weiter.

Rückblickend, jetzt wo ich gemütlich auf der Couch liege und diesen Text schreibe, war das Wandern im Wald, bei Regen, Schnee und Sonnenschein, eine der schönsten Erinnerungen. Wenn ich jedoch in mein Tagebuch schaue, taucht immer wieder ein Wort auf: Schmerz.

Ich frage mich, ob ich das umgehen kann? (Wortwitz beabsichtigt ;D) Denn ich möchte weiterlaufen. Vielleicht einmal zu Fuß um Europa herum. Das wären ja nur noch ca. 15.000 km.

Ich habe mir überlegt, einen Teil der Strecke einfach barfuß zu gehen. Der Mensch hat ja über tausende von Jahren die Welt barfuß erobert, warum kann ich das nicht auch?

Ich habe nur sehr wenig Erfahrung im Barfußlaufen - ich war und bin auch immer noch der Erste, der die Schuhe anzieht, sobald es etwas steiniger wird. Mal schauen, wie schnell sich das ändert.

Warum sich barfuß wandern lohnen kann

Barfußlaufen ist die natürlichste Form des Gehens. Unsere Füße haben eine sehr feine Sensorik, sie verbinden den Körper mit der Umgebung. Die Informationen aus dem Fuß werden in den gesamten Körper weitergeleitet. Sobald eine Sohle zwischen unseren Füßen und dem Untergrund ist, wird dieser Informationsaustausch unterbrochen. Dadurch wird die Koordination des gesamten Körpers beeinträchtigt und das unser gesamtes Leben lang. Denn wir tragen Schuhe meistens sobald wir Laufen können.

Barfußlaufen führt zu Ausgeglichenheit und Erdung. Ist es nicht genau das, wonach sich so viele stressgeplagte Menschen sehnen?

Wenn ich mir meine Fußzehen ansehe, dann laufen diese wie ein Pfeil spitz zusammen. Wenn man sich Bilder von den Füßen regelmäßiger Barfußläufer dagegen ansieht, dann stellt man fest, dass ihre Zehen weiter auseinander stehen. Viele können sogar ihre Zehen einzeln ansteuern und beispielsweise den großen Zeh heben, ohne dass sich die anderen Zehen bewegen. Wenn du das hier jetzt liest: Stelle dich mal auf den Boden  und probiere, ob du deinen großen Zeh heben kannst, ohne, dass sich die anderen Zehen auch nur einen Millimeter bewegen. Na, klappt es? Also bei mir geht hier gar nichts. Es bewegt sich einfach alles gleichzeitig, wie die Flosse eines Fisches.

Warum sollte man überhaupt die einzelnen Zehen ansteuern können? 

Das führt zu Stabilität. Du kannst so die Fläche des Fußes vergrößern und verändern. Dein großer Zeh kann alleine deinen Körper stabilisieren. Du bist dann deutlich stabiler auf deinen Füßen und vielleicht stehst du dann auch stabiler im Leben, wer weiß? Ich werde berichten.

Barfuß anfangen

Beim Weitwandern habe ich gelernt, die Dinge Schritt für Schritt anzugehen. Dabei einfach nur zu wissen, wo ich heute und nicht morgen ankommen will, hat mir geholfen mich auf den Moment zu konzentrieren und mich nicht in der unendlich wirkenden Weite von Tausenden von Kilometern zu verlieren. Ähnlich will ich mit dem barfuß laufen anfangen: in kleinen Schritten. Erst mal mit ein paar Barfußschuhen. Und wenn ich sowieso regelmäßig morgens Spazieren gehe, kann ich die Schuhe auch mal ganz ausziehen. Meine Freundin denkt übrigens, ich sei völlig gaga, deswegen versuche ich mich barfuß aus dem Haus raus zu schleichen, ohne dass sie es sieht, oder ich ziehe die Schuhe erst danach aus. Nach ein paar Monaten wird sie sich schon daran gewöhnen, hoffentlich...

Rekorde, Rekorde

Beim Recherchieren für diesen Artikel habe ich gesehen, dass der Weltrekord für die längste barfuß zurückgelegte Strecke 2080 km ist. Oh Mann! Hätte ich das doch nicht gelesen. Ich wollte eigentlich damit aufhören, über irgendwelche Rekorde nachzudenken. Mmmh, das klingt aber machbar, vielleicht in Zukunft - ich schlafe mal eine Nacht drüber…

Witali, wir wünschen dir viel Spaß und Erfolg bei all deinen Wanderungen!

Run wild! Anna, Ran & Team Wildling

Fotos: Witali Bytschkow