Was haben unsere Wildlinge mit Dachdeckern gemeinsam? Oder unsere Schnürsenkel mit Koalabären?

Robustes Obermaterial aus Biostoffen für unsere Minimalschuhe zu finden, ist gar nicht so leicht. Da wir bei unseren Barfußschuhen auf Leder und zum Großteil auch auf Kunststoffe verzichten, haben wir uns auf die Suche nach Alternativen gemacht.

Moodboard Wildling

Farben, Stoffe, Bildsprache – um Ideen zu sammeln und an neuen Kollektionen zu arbeiten halten wir alles auf Moodboards fest.

Leinen, Hanf und Baumwolle, sogar Papier - das sind die temperaturregulierenden und atmungsaktiven Obermaterialien, die für Bewegungsfreiheit und das einzigartige Laufgefühl der Wildlinge verantwortlich sind.

Washi für den Tanuki

Washi-Papier. Es wird in Japan zum Beispiel für Schiebetüren und Wände verwendet. Die Fäden werden durch Verdrehen der Papierstreifen gewonnen und dann zu Stoff verwebt. Der findet sich dann in unserem Tanuki-Modell wieder.

Aber auch bei den Sohlen und Schnürsenkeln ist uns die Kombination von nachhaltigem Herstellungs- und fairem Produktionsprozess eine Herzensangelegenheit. Und was für ein spannender Prozess das ist!

Und mit den Materialresten wird die Bastelkiste der Kinder aufgefüllt.

Aber was haben nun unsere Barfußschuhe und Dachdecker gemeinsam?

Nun - Dachdeckerknie wie Räuberfüße sind viel an der frischen Luft, müssen sich frei bewegen können und einiges aushalten. Daher werden sie am besten von einem abriebstarken und dennoch weichen Material geschützt. Hersteller der Zunftbekleidung haben die Vorteile von sehr fest und eng gewebter Baumwolle schon früh erkannt. Je nach Verarbeitung und Webart werden aus dem Garn robustes Canvas, Denim oder Moleskin. Aus Canvas werden z.B. Segeltücher gefertigt, Denim kleidete die Goldgräber des Wilden Westens und Moleskin wird zu strapazierfähigen Hosen für Dachdecker oder eben Schuhen für echte Wildlinge verarbeitet.

Hanf

Hanf ist besonders nachhaltig, auch durch den pflanzeneigenen THC-Gehalt. Der hat nicht nur eine berauschende Wirkung, sondern ist auch ein natürliches Pflanzenschutzmittel. So kann man beim Anbau auf den zusätzlichen Einsatz von Pestiziden verzichten.

Und die Koalas? Okay, das war ein bisschen weit hergeholt. Obwohl… Koalas essen Eukalyptus und… tatsächlich wird aus dem Holz des Eukalyptus’ eine Faser gewonnen und zu Stoff verarbeitet. Dabei ist Eukalyptus ziemlich ressourcenschonend und kann in einem geschlossenen Kreislauf gewonnen werden. Aus diesem Tencel genannten Stoff werden zum Beispiel Schnürsenkel produziert. Aber der Fuchs bleibt unser Wildling Nummer Eins, auch wenn Koalas fast genauso niedlich sind!

Rohmaterial Wildling Sohle

Nicht besonders hübsch, so ein Block Kautschuk. Aber daraus werden zusammen mit Kork…

Sohle Wildling

…unsere Sohlen produziert. Das Material ist so flexibel wie nur möglich.

Von Familienbetrieb zu Familienbetrieb

Genauso wichtig wie die Nachhaltigkeit unseres Materials ist uns die faire Produktion und der persönliche Kontakt zu unseren Lieferanten. Diese haben vom Anbau bzw. der Herstellung des Rohmaterials bis zum fertigen Endprodukt die Produktionsschritte im Blick. Viele unserer Zuliefererbetriebe sind kleine, inhabergeführte Firmen, für die soziale Verantwortung nicht nur eine leere Worthülse ist.

Schuhsenkel von Klostermann und Söhne

Schuhsenkel CKS

Schnürsenkelfabrik CKS – Farbauswahl. Schnürsenkel fallen uns meistens erst auf, wenn sie reißen – aber sie können den Look eines Schuhs aufwerten. Oder ihn ruinieren.

Die Firma, die unsere Schnürsenkel herstellt, zeigt das mit vielen Beispielen: Jutta Platz, geborene Klostermann, ist die Ururenkelin des Firmengründers Carl Klostermann. Somit ist "Carl Klostermann und Söhne” seit 127 Jahren im Familienbesitz und es ist kein Ende in Sicht - auch die Tochter von Frau Platz arbeitet inzwischen im Betrieb mit. In der historischen Textilstadt Wuppertal brüten 46 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an Design und Produktion unter anderem unserer Glow-in-the-dark-Senkel. Im Gespräch mit Frau Platz hört man heraus, dass Schnürsenkel für sie mehr als nur notwendiger Bestandteil eines Schuhs sind: "Der richtige Schnürsenkel gibt dem Schuh den gewissen Pfiff, wenn er gut ausgewählt wurde. Wenn nicht, kann er den Look eines Schuhs aber auch ruinieren.” Anregungen für neue und modische Designs holt sie sich auf Messen im In- und Ausland.

Ein Interesse, sich zu vergrößern, haben CKS nicht - man nimmt sich lieber die Zeit, selber auszubilden oder ungelernte Kräfte anzulernen. Wo es möglich ist, kommt man den Angestellten bei der Arbeitszeitplanung entgegen, besonders, wenn sie sich um Angehörige, egal ob alt oder jung, kümmern.

Ähnlich handhaben wir es auch hier in unserem Fuchsbau - das war von Anfang an einer unserer Grundsätze und wird auch weiterhin so bleiben.

Besonders mit Blick auf die wachsende Wildling-Familie fühlen wir uns diesen wichtigen Prinzipien umso mehr verpflichtet und hoffen, dass noch viele andere sich dieser Einstellung anschließen werden.

Run wild! Anna, Ran und die Wildlinge

Auch Sohlen können bunt sein

Auch Sohlen können bunt sein!

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