Kinder sind immer in Bewegung. Wenn sie nicht gerade schlafen. Obwohl... auch da können sie sich ganz schön austoben, gerne im Elternbett.

Kinder springen morgens aus dem Bett, kippeln am Frühstückstisch mit dem Stuhl, sie laufen durch die Wohnung oder durch den Wald, klettern auf Bäume und Klettergerüste, kriechen durchs Gebüsch oder durch Tunnel. Sie bücken sich nach Stöckchen und Steinen, spielen Fangen und laufen im Vierfußgang über ihre Eisenbahn- und Lego-Miniaturwelten. Schaut einfach mal Kindern den ganzen Tag bei ihren Projekten und Entdeckungstouren zu - sie sind beinahe immer in Bewegung.

Kindheit in Bewegung

In letzter Zeit liest und hört man öfter von Kursen und Programmen, die Kinder dazu motivieren sollen, sich mehr zu bewegen. Das klingt paradox, denn Kinder sind, wie gesagt, von Natur aus immer in Bewegung - es wird ihnen nur oft wieder abtrainiert. “Sitz doch mal still, du Zappelphillip!” hat vermutlich fast jedes Kind schon mal gehört.

Gerade für den wachsenden Menschen - aber auch für den Er-wachsenen - ist Bewegung so wichtig - nur in der Erwachsenenwelt nicht immer erwünscht. Muskeln, Knochen, der Gleichgewichtssinn, Herz und Lunge und auch das Gehirn profitieren von regelmäßiger Bewegung und vom täglichen Ins-Schwitzen-geraten. Geschicklichkeit und Wahrnehmung steigen, Kinder können dabei ihre Grenzen testen und über diese hinauswachsen, sie erleben Selbstwirksamkeit und erfahren ihren Körper und ihre Umgebung.

Deshalb brauchen Kinder Zeit und Raum, um ihren Bewegungsdrang ausleben zu können.

Aber tatsächlich ist das oft gar nicht mehr so einfach. Also Zeit und Raum zu haben. Die Möglichkeiten der “Alltagsbewegungen” sind besonders in der Stadt, aber auch auf dem Land, eingeschränkt: Der Weg zu Kindergarten und Schule wird immer öfter im Auto zurückgelegt. Entweder, weil man die Kinder schützen möchte oder man gerade eh auf dem Weg zur Arbeit ist. Auch Einkäufe werden immer seltener zu Fuß erledigt. Weil sie meist schon den ganzen Tag im Kindergarten oder der Ganztagsschule waren, laufen sie nachmittags nicht mehr zu Freunden - die haben sie alle schon dort getroffen. Besonders in der Großstadt haben viele Familien keinen Garten, sodass man immer erst mit Sack und Pack auf einen Spielplatz oder in den Park ziehen müsste, damit die Kinder einfach mal ein bisschen mehr Bewegungsradius haben.

Nicht alle dieser Umstände können wir beeinflussen - die meisten Eltern müssen arbeiten und Kinder in die Schule oder den Kindergarten gehen. Wie kann man Kinder also wieder mehr in Bewegung bringen, ihnen Räume und Zeiten ermöglichen zu toben, zu rennen und einfach wild zu sein? Wie sorgt ihr für Abenteuer im Leben eurer Kinder? Wir würden gern eure Ideen und Erfahrungen sammeln und uns freuen, wenn ihr uns hier in den Kommentaren erzählt, was ihr umsetzt: Habt ihr ein Turnzimmer eingerichtet, sind sie im Sportverein, packen sie im Garten mit an? Wir sind gespannt!

Run Wild! Anna, Ran und die Wildlinge

Fotos von Lotta Löthgren