Das kalte Wasser klatscht gegen die spiegelglatte Bootswand. Der Wind frischt auf und der Himmel ist wolkenverhangen. Die nassen Haare aus dem Gesicht streichend, blickt Leonie (Name geändert) hinaus aufs Wasser. Nur vier Boote liegen vor ihr. Die anderen hat sie gemeinsam mit Wildling, so heißt ihr kleines wildes Segelboot, hinter sich gelassen.

Aus der Ferne blickt der Fuchs aufs Wasser. Es ist nicht seine Tageszeit, doch was das kleine Mädchen und das weiße Böotchen, auch Opti genannt, da auf dem Wasser treiben, sieht aufregend aus.

Unsere Begegnung mit dem kleinen Segelboot

Wir hatten es ja schon vor einiger Zeit hier angedeutet: Wir wollen euch teilhaben lassen an den vielen spannenden, wilden Begegnungen, die wir immer wieder machen. Einer unserer Weggefährten sind seit einiger Zeit der Opti “Wildling” und seine junge Seglerin Leonie. Wie es zu dieser Begegnung kam, was ein Opti überhaupt ist und wohin die Reise uns bislang geführt hat, erfahrt ihr hier.

Der “Wildling” Optimist

Bei einem Opti handelt es sich um ein speziell für Kinder entwickeltes Segelboot. Der Name Opti ist lediglich die Kurzform von Optimist. Dabei handelt es sich nicht nur um einen Menschen, der die Welt sehr positiv sieht, sondern auch um das kleinste Segelboot, mit dem schon Kinder ab einem Alter von 6 bis 8 Jahren aufs Wasser gehen können. Dieses erste Segelboot wird oft als Lernboot, gerne als Freizeitboot und auch schon als Regattaboot von den Jüngsten gesegelt.

Ein Opti zeichnet sich dadurch aus, dass er als unsinkbar gilt. Durch ein kleines Segel und seine besondere Rumpfform, ist er so konzipiert, dass er sich nur schwer kentern lässt.

Dennoch ist es wichtig, dass diejenigen, die in einem solchen Opti sitzen und ihn segeln, schwimmen können. Daher trägt Leonie auch bei jeder Fahrt im Opti neben ihren Wildlingen eine Schwimmweste. Das Tragen der Minimalschuhe spart nicht nur Gewicht, sondern macht sie wendig und flink und schenkt ihr ein gutes Gefühl für den Untergrund. Auf dem mitunter glitschig rutschigen Bootsboden ein zusätzliches Gadget. In der kalten Jahreszeit werden ihre Barfußschuhe um Neoprenschuhe ergänzt oder sogar ausgetauscht. Das hängt jeweils davon ab, wie kalt und nass die Witterungsbedingungen sind. Denn wenn sie mit dem Opti raus aufs Wasser geht, sind die beiden mitunter 8h am Stück auf dem Wasser. Dafür ist es wichtig ein eingespieltes Team zu sein.

Was für ein Mut, schießt es dem Fuchs durch den Kopf, den Blick auf das kleine Mädchen in seinem Opti gerichtet.

Wild life on the sea

Wer raus aufs Wasser geht, muss ganz genau wissen, was er tut. Dazu gehört neben dem Umgang und der Handhabung des Optis, das Wissen um Regeln auf dem Wasser, Knotenkunde und auch das Einschätzen des Windes und der Witterung.

Nicht selten geht es ganz schön wild auf dem Wasser zu. Das sieht auch der Fuchs aus der Entfernung. Zwar kann er schwimmen, doch seine Leidenschaft ist es nicht. Zusammen mit dem kleinen Mädchen in dem Opti “Wildling” - das ist vorstellbar.

Gemeinsam mit Leonie und dem Opti Wildling wollen wir euch in die Abenteuer auf und am Wasser mitnehmen. Wie heißt welches Bootsteil? Was muss ich als Opti-Kapitän alles wissen? Welche verschiedenen Knoten gibt es und welcher Knoten bietet sich wofür an? Warum wird der Opti im Winter eingemottet, wie sieht dann das Training aus und worauf bereiten sich die kleinen Segler und das kleine Boot im Frühjahr vor? Welches wilde Leben findet sich am Ufer von Seen und Flüssen in Deutschland? Wie bereitet man sich auf Regatten vor und wann hat man eine Regatta eigentlich gewonnen?

All diese Fragen und einen Einblick in die vielen Abenteuer des kleinen Optis “Wildling” findet ihr auf dem Instagram-Kanal @wildlifeonthesea.

Ein dicker Regentropfen platscht auf die feuchte Fuchsnase. Es wird Zeit sich einen Unterschlupf zu suchen und von dort das wilde Treiben auf dem Wasser zu beobachten. Der Herbst kommt und mit ihm stürmische Momente. Stay wild.


Run wild! Anna, Ran und die Wildlinge