Nachlieferungen der neuen Winterkollektion im Laufe der Saison. Infos und Hilfe für die Schuhpflege im Winter gibt es hier.

Andrea Helten – Erdung erleben: Auf der Suche nach unseren Wurzeln

Heute nimmt uns Andrea von Kinderyoga Berlin ein Stück mit und erzählt uns ihre Geschichte. Wir erfahren, was sie bewegt, was sie bewegen will und wie sie auf den Fuchs gekommen ist.


Meine Leidenschaft für Yoga hat sich im Laufe der letzten 13 Jahre zu einer Liebe für Eltern-Kind-Yoga entwickelt. Durch Yoga durfte ich selbst Erdung und Selbstakzeptanz erfahren. Die Yoga-Übung „Berg“ ist eine meiner liebsten Übungen: mit geerdeten, nackten Füßen gerade auf der Matte zu stehen - unverrückbar, voller Mut und Kraft. Oder nehmen wir den „Baum“ (siehe Bild oben): wir richten uns auf, mit einem fest verwurzelten Fuß am Boden. Mit starkem Stamm und guter Standfestigkeit, und dennoch darf durch unsere „Blätterkrone“ der Wind wehen.


Mittlerweile gebe ich das Erlebte weiter: an Kinder und Eltern, die zu mir kommen. Ich liebe es, Erdung und Berührung sowie die Freude an der achtsamen Bewegung auf der Yogamatte weiterzugeben – und das generationsübergreifend.

Sind wir zu zweit auf der Matte – groß und klein – können wir Haltungen wie „Berg“ oder „Baum“ ebenfalls ausführen. Etwa im Doppelbaum, wo wir uns erst einmal der Vorstellung hingeben, unsere Füße ständen auf weichem Waldboden. Wo wir nah beieinander stehen und uns halten. Oder aber der „Berg“ als Gruppenübung: Die Kinder stehen mit gut geerdeten Füßen im Raum und die Eltern dürfen – von Kind zu Kind gehend – an jedem wackeln und die Stärke jedes einzelnen loben. Vielleicht bekommt auch jedes Kind einen „Bergnamen“: „Du stehst so fest, du kannst nur der Mount Everest sein!“ Anschließend wird gewechselt: Jetzt prüfen die Kinder reihum die Standfestigkeit der Erwachsenen.

 

Andrea und Lilly von Kinderyoga Berlin auf hejhej-mats, fotografiert von: Nora Tabel

 

Viele unserer Eltern-Kind-Yoga-Übungen habe ich mir ausgedacht oder aus dem Kinderyoga und Erwachsenenyoga weiterentwickelt. Ich bin ein kreativer Kopf und mir fallen auch während des Unterrichtens immer wieder neue Übungen ein. Ich propagiere einen modernen und kreativen Kinderyogastil mit viel Spontanität und einer Prise Rock’n’Roll (ein Relikt aus meiner langjährigen Arbeit für MTV und VIVA, das super passt, denn Kinder sind ebenfalls lebendig und wild). Als Yogalehrerin für Erwachsene und für Kinder habe ich eine eigene Ausbildung „Eltern-Kind-Yoga“ geschaffen. Und gebe mein Wissen also nicht nur an Familien weiter, sondern auch an Yogalehrer_innen.

 

Neben Berührung ist mir also das Thema Erdung sehr wichtig. Beide Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch meine Arbeit als Eltern-Kind-Yogalehrerin. Dabei widmen wir unseren Füßen stets viel Aufmerksamkeit. Natürlich hat dies auch mit meinen eigenen Erfahrungen zu tun. Erst seitdem ich Minimalschuhe entdeckt habe, ehre und achte ich meine eigenen Füße noch stärker.

Seitdem ich meine Füße befreit habe, fühle ich mich noch wilder und freier! Ich war immer schon gern barfuß – in Räumen, wohlgemerkt. Doch letztes Jahr setzte durch einen Online-Kurs zum Thema „Barfuß“ eine wahre Transformation ein: weg von Einlagen und starren Sohlen, weg von der Angst, in irgendetwas zu treten. Hin zur Erdung und Spüren, zur Befreiung!

Bei einem Familienurlaub im malerischen Schlesien (Polen) dann tat es die ganze Familie: Mein Mann, Lilly und ich zogen die Schuhe aus und spazierten über Feldwege und Wiesen. Barfuß, und das im kühlen Herbst! Dieses Gefühl, diese unterschiedlichen Texturen hautnah - die Erde, das Gras, Steine und Gehölz, Moos und Feuchtigkeit - zu spüren, ist einfach wunderbar. Seitdem habe ich unzählige Barfuß-Spaziergänge unternommen – erst mit nackten Füßen, dann in Wildlingen. Immer in direktem Kontakt mit der Erde. Und mit warmen Füßen wie barfuß zu laufen, ist einfach phänomenal!

 

Kinderyoga Berlin, fotografiert von: Nora Tabel

 

Die Erdung, die wir in Wildling Schuhen oder barfuß erfahren, biete ich auch immer wieder in meinen Workshops an. Denn ich erlebe schon beim Yoga im Kindergarten, dass die Kleinsten eine oftmals schlechte Beziehung zu ihren Füßen haben. Viele Kinder wollen ihre Socken selbst im Sommer anlassen, weigern sich, ihre Füße zu berühren. Das ist natürlich ok, doch hier braucht es Sensibilität und allerhand kreative Ideen, um sie für ihre tollen Füße zu begeistern! Daher bauen wir im Eltern-Kind-Yoga oftmals einen Barfußpfad auf, auf denen unterschiedliche Materialien wie Murmeln, Watte, Igelbälle oder Schleifpapier mit den Füßen erspürt werden können. Wir befördern bunte Pompons, Taschentuchfetzen und Murmeln in Schalen – ich nenne es „Den Wald aufräumen“. Zum Abschluss lockt eine entspannende Partner-Massage der Füße mit wohlduftenden, ätherischen Ölen. Das haben sich unsere Füße verdient. Denn unsere Füße rocken ganz gewaltig!

 

Die Kräftigung der kleinen und großen Füße, wie wir sie in unseren Eltern-Kind-Yoga-Workshops ganz spielerisch erleben, führt sich im Tragen von Wildling Schuhen weiter. Auch in Wildlingen erfahre ich Erdung und eine neue Form der Stabilität durch den direkten Kontakt mit dem Untergrund. Dank der dünnen Sohle wird ein Waldspaziergang zum Erlebnis und selbst zum Barfußpfad: auch hier erspüren wir die unterschiedlichen Texturen. Wir bewegen uns viel achtsamer. Wir halten inne, wenn wir in Wildlingen von weichem Grund auf kleine Steine wechseln. Wir fühlen!

Für unsere Kinder, aber auch für uns Erwachsene entsteht hier also Achtsamkeit und eine einzigartige Anbindung an die Natur. Und mehr noch: die Erfahrung von Standfestigkeit und Erdung wiederum verleiht uns Resilienz, gibt uns die nötige Robustheit, um auch schwierige Situationen im Leben zu meistern.

Insofern ergänzen sich also Wildlinge und meine Leidenschaft, das Eltern-Kind-Yoga. Und wenn ich einen großen Wunsch frei hätte, wäre es dieser: Mögen wir alle, egal ob groß oder klein, achtsamer und geerdeter durchs Leben gehen. Mit viel Freude im Ausdruck und gutem Bodenkontakt. Ich bin mir sicher, die Welt wäre ein besserer Ort.

 

Tipp: Probiert die Partnerübungen „Baum“ und „Berg“ einmal mit Wildlingen in der freien Natur. Schaut euch gern auch an, wie ein Baum in der Erde verwurzelt ist oder welche Qualität ein Berg hat. Tauscht euch anschließend darüber aus, was ihr gespürt habt.

 

 

Titelfoto: Lilly und Andrea von Kinderyoga Berlin auf hejhej-mats, fotografiert von: Nora Tabel

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