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Mit dem Designwettbewerb #wildfeetures in unserer Wildling Community fing alles an:

Wildling Fans konnten ein Design für ihr Lieblingsmodell einreichen und zum fünften Geburtstag von Wildling Shoes 2020 wird das Modell der Gewinnerin, Anja Haltermann, zusammen mit unserem Produktteam umgesetzt. Gleichzeitig nehmen wir das zum Anlass, den Prozess der Schuhentwicklung von der Idee bis zum fertigen Schuh zu begleiten, zu filmen und zu dokumentieren.

Von der Idee zur Materialauswahl

Das Wildling Atelier ist ein Ort, an dem zwei Welten aufeinandertreffen: die digitale und die analoge. Digital wird auch hier mit cloudbasierten Projekttools und Exceltabellen sowie phasenweise im Home Office gearbeitet. Aber ein Großteil der Arbeit erfordert immer noch die Möglichkeit, Stoffe und andere Materialien in die Hand zu nehmen: Wie fühlt sich der Stoff an, wie flexibel ist er und wie sieht das Muster in natura aus? Eine Schere immer in Reichweite, Papier und Stifte um ein Schnittmuster oder ein wildes Design aufzuzeichnen, Nadel und Faden für erste Entwürfe in Dreidimensionalität. 

Stoffproben liegen kuschelig aneinander gereiht in Schubladen, Schnürsenkel und Garn in allen Farben haben ihren Weg noch nicht wieder in das entsprechende Fach gefunden und Wildlinge aus früheren Kollektionen liegen friedlich beisammen und schauen neugierig auf die Prototypen der nächsten Kollektion.

Wie komplex kann ein Schuh schon sein, mag man sich fragen? Eine Sohle, etwas Stoff, Schnürsenkel - fertig! Nun, wer unsere Wildlinge schon mal in der Hand (oder am Fuß) hatte, bekommt vielleicht eine Ahnung, wie “anders” Wildlinge im Vergleich zu konventionellen Schuhen sind. Das fängt bei der Sohle an und hört beim Oberstoff noch lange nicht auf.

Viele (Entwicklungs)Schritte sind notwendig, bevor ein Wildling in Produktion gehen kann. Mal ist die Ausgangsidee ein bestimmtes Material, mal ein bestimmtes Muster, eine Farbe, ein Thema oder eine Funktion… daraus leiten sich dann die weiteren Arbeitsschritte ab.

Anja hatte wirklich eine grandiose Idee, sie hat sich einen Stoff gewünscht, dessen Entwicklung noch - Achtung Wortspiel - in den Kinderschuhen steckt: Ein Textil, das nach dem Vorbild von Tannenzapfen und bestimmten Blattsorten selbstreinigend, wasser- und schmutzabweisend, sowie strapazierfähig ist. 

Nach dieser Eier legenden Wollmilchsau suchen wir selber schon lange. Mal sehen, ob wir sie gemeinsam finden werden...

Materialrecherche

Wenn man den gesamten Herstellungsprozess eines Schuhs mit offenen Augen betrachtet und Alternativen für “das wurde immer schon so gemacht” sucht, dann findet man viele Materialien, die erst mal ungewöhnlich für die Verwendung als Schuhobermaterial klingen: Zum Beispiel Wolle, Papier, Hanf - Was für den Bereich von Oberbekleidung, also Pullis, Shirts, vielleicht sogar Hosen, schon gut funktioniert, muss noch lange nicht für Schuhe geeignet sein.

Aber wir haben mit den genannten Materialien bisher gute Erfahrungen gemacht: Zwischen den teils widersprüchlichen Anforderungen an Funktionalität und “Natürlichkeit” erfüllen sie größtenteils unsere Ansprüche. 

Was ein Wildling können muss:

Die Anforderungen an die Materialien für unsere Wildlinge sind zahlreich und oft widersprüchlich:

  • fest und flexibel müssen sie sein: fest genug, damit sie dem Fuß genug Halt geben. Und mit Halt meinen wir: Der Fuß soll nicht im Schuh hin und her rutschen. Flexibilität aber ist quasi das Kernstück unserer Schuhe: Sie sollen sich allen natürlichen Bewegungsabläufen unserer Füße anpassen, ganz egal, ob wir wandern, klettern, springen...
  • wasserabweisend und atmungsaktiv wäre toll: Für den Herbst und Winter wünschen wir uns einen Schuh, der warm hält und verhindert, dass Regen und Schnee eindringen kann und unsere Füße auskühlen. Gleichzeitig soll der Fuß auch atmen können, damit unsere Füße nicht im eigenen Schweiß stehen. Wolle ist bisher das beste Material, was wir dafür finden konnten. In Kombination mit einer wasserabweisenden Membran entspricht der so ausgestattete Schuh unserer Vorstellung von warmen Winterwildlingen am ehesten.  
  • Nachhaltig und strapazierfähig: Die Rohware sollte natürlich sein und aus nachhaltiger Herstellung stammen und das daraus entstandene Material möglichst lange halten. Denn auch Haltbarkeit kann ein Kriterium für Nachhaltigkeit sein: Was länger hält, muss nicht so oft repariert oder ersetzt werden. Besonders Schuhe sind enormen Strapazen ausgesetzt, sie werden auf steinigem und felsigem Untergrund getragen oder mit dem Bobbycar individuellen Materialtests ausgesetzt. Ein einfacher Baumwollschuh hält solche Belastungen kaum aus. Darum etwa ist die Mikrofaser ein Kompromiss: Sie verstärkt unsere Naturstoffe an den Stellen, an denen sie besonderen Belastungen ausgesetzt sind.

Mit diesem Anforderungskatalog machen wir uns auf die Suche nach neuen Materialien:

Bionik - Lernen von Pflanzen und Tieren

Gewinnerin Anja hat Produktmanagerin Pia und Designerin Sabine in unserem Atelier besucht, um ihre Idee eines Wildlings mit besonderem Effekt zu besprechen. Die Idee ist ein Stoff, der je nach Bedarf seine wasserabweisenden oder luftdurchlässigen Eigenschaften verstärkt. “Pineconeeffekt” wird dieses Prinzip genannt: Kiefern- und Tannenzapfen öffnen sich bei bestimmten Temperaturen und Trockenheit und lassen die Samen fliegen. Da die Samen bei Frost nicht keimen und bei Regen nicht weit fliegen können, schließen sich hier die Zapfen und warten auf bessere Zeiten. Als Material für einen Schuh hieße das, dass sich der Stoff seiner Umgebungstemperatur anpasst und sich Elemente bei Kälte zusammen ziehen, um die Wärme im Schuh zu halten und sich bei Wärme öffnen, um einen Temperaturausgleich zu ermöglichen.

Schon lange schauen sich Wissenschaftler_innen, Ingenieure_innen und Designer_innen an, welche Antworten die Natur auf Probleme aller Art hat. Bionik heißt dieses Zusammenspiel von Biologie und Technologie: Farben, die wie die Lotusblume Wasser und Schmutz abperlen lassen, Lacke, die wie die Haut eines Hais verhindern, dass sich Algen und Parasiten festsetzen oder Jalousien, die selber auf Lichteinfall reagieren - das sind nur ein paar der Entwicklungen, die man sich von Pflanzen und Tieren abgeschaut hat.

Ob sich ein Material aber für einen Wildling eignet, muss sich noch rausstellen. Da dieses Modell ja auch kommendes Jahr schon in Produktion gehen soll, müssen wir schnellstmöglich Muster, also Stoffproben, anfordern. Diese werden dann begutachtet, getestet und wenn sie bei diesem kurzen Überblick unsere Anforderungen bestehen, werden sie in die Produktion nach Portugal geschickt, um einen Prototypen anzufertigen. 

Designerin Sabine und Produktentwicklerin Katina holen sich auch Inspiration auf Messen, wie hier auf den Performance Days in München.

Ein Material für einen Wildling?

Nach Sichtung der ersten Stoffe, die wir noch als Muster im Atelier haben, treffen wir einen Mitarbeiter einer großen Textilfirma. Wir interessieren uns für ein Material, das Feuchtigkeit regulieren kann und auf die Temperatur reagiert. 

Also fragen wir den Textilvertreter Löcher in den Bauch: Eignet sich das Material als Oberstoff? Kann es individuell gefärbt werden? Wie deutlich merkt man die Wärmewirkung, lässt sich der Unterschied messen? Aus welchen Materialien sind das Gewebe und die Füllung? Macht es die Membran überflüssig? Wie nachhaltig ist es? 

Nach dem Termin sitzen wir noch ein wenig ohne den Vertreter zusammen. Nicht alle Antworten gefallen uns. Als Kunststoff wäre es ein Material, das unseren Anspruch an Nachhaltigkeit nicht erfüllt: Es sei zwar “biologisch abbaubar” aber das nur unter Bedingungen, die in Deutschland keine Mülldeponie bietet (und ein Komposthaufen erst recht nicht). Würde es tatsächlich die Funktionalität wesentlich verbessern, könnten wir es uns als Alternative vorstellen. Aber da es keine belastbaren Daten zur verbesserten Temperaturanpassung gibt, überzeugt es uns hier noch nicht, wir werden aber eigene Testungen damit durchführen .

Wir nehmen aus dem Gespräch viele Anregungen und konkrete Ideen für die weitere Materialrecherche mit - und suchen weiter!


Run wild! 

Anna, Ran und Team Wildling

Mit dem Designwettbewerb #wildfeetures in unserer Wildling Community fing alles an:

Wildling Fans konnten ein Design für ihr Lieblingsmodell einreichen und zum fünften Geburtstag von Wildling Shoes 2020 wird das Modell der Gewinnerin, Anja Haltermann, zusammen mit unserem Produktteam umgesetzt. Gleichzeitig nehmen wir das zum Anlass, den Prozess der Schuhentwicklung von der Idee bis zum fertigen Schuh zu begleiten, zu filmen und zu dokumentieren.

Von der Idee zur Materialauswahl

Das Wildling Atelier ist ein Ort, an dem zwei Welten aufeinandertreffen: die digitale und die analoge. Digital wird auch hier mit cloudbasierten Projekttools und Exceltabellen sowie phasenweise im Home Office gearbeitet. Aber ein Großteil der Arbeit erfordert immer noch die Möglichkeit, Stoffe und andere Materialien in die Hand zu nehmen: Wie fühlt sich der Stoff an, wie flexibel ist er und wie sieht das Muster in natura aus? Eine Schere immer in Reichweite, Papier und Stifte um ein Schnittmuster oder ein wildes Design aufzuzeichnen, Nadel und Faden für erste Entwürfe in Dreidimensionalität. 

Stoffproben liegen kuschelig aneinander gereiht in Schubladen, Schnürsenkel und Garn in allen Farben haben ihren Weg noch nicht wieder in das entsprechende Fach gefunden und Wildlinge aus früheren Kollektionen liegen friedlich beisammen und schauen neugierig auf die Prototypen der nächsten Kollektion.

Wie komplex kann ein Schuh schon sein, mag man sich fragen? Eine Sohle, etwas Stoff, Schnürsenkel - fertig! Nun, wer unsere Wildlinge schon mal in der Hand (oder am Fuß) hatte, bekommt vielleicht eine Ahnung, wie “anders” Wildlinge im Vergleich zu konventionellen Schuhen sind. Das fängt bei der Sohle an und hört beim Oberstoff noch lange nicht auf.

Viele (Entwicklungs)Schritte sind notwendig, bevor ein Wildling in Produktion gehen kann. Mal ist die Ausgangsidee ein bestimmtes Material, mal ein bestimmtes Muster, eine Farbe, ein Thema oder eine Funktion… daraus leiten sich dann die weiteren Arbeitsschritte ab.

Anja hatte wirklich eine grandiose Idee, sie hat sich einen Stoff gewünscht, dessen Entwicklung noch - Achtung Wortspiel - in den Kinderschuhen steckt: Ein Textil, das nach dem Vorbild von Tannenzapfen und bestimmten Blattsorten selbstreinigend, wasser- und schmutzabweisend, sowie strapazierfähig ist. 

Nach dieser Eier legenden Wollmilchsau suchen wir selber schon lange. Mal sehen, ob wir sie gemeinsam finden werden...

Materialrecherche

Wenn man den gesamten Herstellungsprozess eines Schuhs mit offenen Augen betrachtet und Alternativen für “das wurde immer schon so gemacht” sucht, dann findet man viele Materialien, die erst mal ungewöhnlich für die Verwendung als Schuhobermaterial klingen: Zum Beispiel Wolle, Papier, Hanf - Was für den Bereich von Oberbekleidung, also Pullis, Shirts, vielleicht sogar Hosen, schon gut funktioniert, muss noch lange nicht für Schuhe geeignet sein.

Aber wir haben mit den genannten Materialien bisher gute Erfahrungen gemacht: Zwischen den teils widersprüchlichen Anforderungen an Funktionalität und “Natürlichkeit” erfüllen sie größtenteils unsere Ansprüche. 

Was ein Wildling können muss:

Die Anforderungen an die Materialien für unsere Wildlinge sind zahlreich und oft widersprüchlich:

  • fest und flexibel müssen sie sein: fest genug, damit sie dem Fuß genug Halt geben. Und mit Halt meinen wir: Der Fuß soll nicht im Schuh hin und her rutschen. Flexibilität aber ist quasi das Kernstück unserer Schuhe: Sie sollen sich allen natürlichen Bewegungsabläufen unserer Füße anpassen, ganz egal, ob wir wandern, klettern, springen...
  • wasserabweisend und atmungsaktiv wäre toll: Für den Herbst und Winter wünschen wir uns einen Schuh, der warm hält und verhindert, dass Regen und Schnee eindringen kann und unsere Füße auskühlen. Gleichzeitig soll der Fuß auch atmen können, damit unsere Füße nicht im eigenen Schweiß stehen. Wolle ist bisher das beste Material, was wir dafür finden konnten. In Kombination mit einer wasserabweisenden Membran entspricht der so ausgestattete Schuh unserer Vorstellung von warmen Winterwildlingen am ehesten.  
  • Nachhaltig und strapazierfähig: Die Rohware sollte natürlich sein und aus nachhaltiger Herstellung stammen und das daraus entstandene Material möglichst lange halten. Denn auch Haltbarkeit kann ein Kriterium für Nachhaltigkeit sein: Was länger hält, muss nicht so oft repariert oder ersetzt werden. Besonders Schuhe sind enormen Strapazen ausgesetzt, sie werden auf steinigem und felsigem Untergrund getragen oder mit dem Bobbycar individuellen Materialtests ausgesetzt. Ein einfacher Baumwollschuh hält solche Belastungen kaum aus. Darum etwa ist die Mikrofaser ein Kompromiss: Sie verstärkt unsere Naturstoffe an den Stellen, an denen sie besonderen Belastungen ausgesetzt sind.

Mit diesem Anforderungskatalog machen wir uns auf die Suche nach neuen Materialien:

Bionik - Lernen von Pflanzen und Tieren

Gewinnerin Anja hat Produktmanagerin Pia und Designerin Sabine in unserem Atelier besucht, um ihre Idee eines Wildlings mit besonderem Effekt zu besprechen. Die Idee ist ein Stoff, der je nach Bedarf seine wasserabweisenden oder luftdurchlässigen Eigenschaften verstärkt. “Pineconeeffekt” wird dieses Prinzip genannt: Kiefern- und Tannenzapfen öffnen sich bei bestimmten Temperaturen und Trockenheit und lassen die Samen fliegen. Da die Samen bei Frost nicht keimen und bei Regen nicht weit fliegen können, schließen sich hier die Zapfen und warten auf bessere Zeiten. Als Material für einen Schuh hieße das, dass sich der Stoff seiner Umgebungstemperatur anpasst und sich Elemente bei Kälte zusammen ziehen, um die Wärme im Schuh zu halten und sich bei Wärme öffnen, um einen Temperaturausgleich zu ermöglichen.

Schon lange schauen sich Wissenschaftler_innen, Ingenieure_innen und Designer_innen an, welche Antworten die Natur auf Probleme aller Art hat. Bionik heißt dieses Zusammenspiel von Biologie und Technologie: Farben, die wie die Lotusblume Wasser und Schmutz abperlen lassen, Lacke, die wie die Haut eines Hais verhindern, dass sich Algen und Parasiten festsetzen oder Jalousien, die selber auf Lichteinfall reagieren - das sind nur ein paar der Entwicklungen, die man sich von Pflanzen und Tieren abgeschaut hat.

Ob sich ein Material aber für einen Wildling eignet, muss sich noch rausstellen. Da dieses Modell ja auch kommendes Jahr schon in Produktion gehen soll, müssen wir schnellstmöglich Muster, also Stoffproben, anfordern. Diese werden dann begutachtet, getestet und wenn sie bei diesem kurzen Überblick unsere Anforderungen bestehen, werden sie in die Produktion nach Portugal geschickt, um einen Prototypen anzufertigen. 

Designerin Sabine und Produktentwicklerin Katina holen sich auch Inspiration auf Messen, wie hier auf den Performance Days in München.

Ein Material für einen Wildling?

Nach Sichtung der ersten Stoffe, die wir noch als Muster im Atelier haben, treffen wir einen Mitarbeiter einer großen Textilfirma. Wir interessieren uns für ein Material, das Feuchtigkeit regulieren kann und auf die Temperatur reagiert. 

Also fragen wir den Textilvertreter Löcher in den Bauch: Eignet sich das Material als Oberstoff? Kann es individuell gefärbt werden? Wie deutlich merkt man die Wärmewirkung, lässt sich der Unterschied messen? Aus welchen Materialien sind das Gewebe und die Füllung? Macht es die Membran überflüssig? Wie nachhaltig ist es? 

Nach dem Termin sitzen wir noch ein wenig ohne den Vertreter zusammen. Nicht alle Antworten gefallen uns. Als Kunststoff wäre es ein Material, das unseren Anspruch an Nachhaltigkeit nicht erfüllt: Es sei zwar “biologisch abbaubar” aber das nur unter Bedingungen, die in Deutschland keine Mülldeponie bietet (und ein Komposthaufen erst recht nicht). Würde es tatsächlich die Funktionalität wesentlich verbessern, könnten wir es uns als Alternative vorstellen. Aber da es keine belastbaren Daten zur verbesserten Temperaturanpassung gibt, überzeugt es uns hier noch nicht, wir werden aber eigene Testungen damit durchführen .

Wir nehmen aus dem Gespräch viele Anregungen und konkrete Ideen für die weitere Materialrecherche mit - und suchen weiter!


Run wild! 

Anna, Ran und Team Wildling