Ein Bauklotz wird auf den anderen gestapelt. Ich schaue fasziniert zu, wie mein Kind aus wenigen Holzelementen eine Burg baut. Kleine Spielfiguren werden zu Königinnen und Rittern arrangiert. Ganz zufrieden ist es noch nicht, dieser eine Turm könnte noch ein wenig höher sein. Erneut werden Steine aufeinander gestapelt, hin und her kippt das Holzgebilde bis es umfällt… sie fängt wieder von Vorne an. Ich will sie nicht stören, aber wir müssen los, haben einen Termin. Das erste Mal, als ich leise ihren Namen sage, hört sie mich nicht einmal, so vertieft ist sie in ihr Spiel…

Kinder haben selten Probleme in diesen Zustand, diesen Flow zu geraten: Völlig vertieft in etwas sein, eine Herausforderung in Angriff nehmen, geduldig eine Idee zu verwirklichen. Ob es darum geht, Spielwelten entstehen zu lassen oder ein Klettergerüst zu erklimmen - schnell vergessen sie alles andere um sich herum.

Wann haben wir als Erwachsene einen solchen Moment zuletzt erlebt? Einen Moment völlig im Hier und Jetzt, eine Aufgabe, die uns fordert aber nicht vor unüberwindbare Hindernisse stellt?

Und was hat das mit unseren Wildlingen zu tun?

Wir wollen den besten Minimalschuh machen, den es auf dem Markt gibt. Neben der Frage, was mir machen wollen, hat uns aber von Anfang an auch die Frage umgetrieben, WIE wir das machen wollen. Wie wollen wir arbeiten? Was braucht es, um gut und gerne zu arbeiten? Im Wohlfühl-Arbeits Flow, sozusagen. Hier haben wir schon mal über die Rahmenbedingungen geschrieben. Aber gute Rahmenbedingungen reichen nicht für wirklich gute Arbeit.

Michael Csikzentmihalyi benennt einige Faktoren für den Flow - ein Zustand, bei dem man ganz im Hier und Jetzt ist und in seiner Aufgabe aufgeht. Natürlich haben wir als Arbeitgeber keinen direkten Einfluss darauf, ob dieser Zustand dann auch entsteht, aber wir können die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Die Vorteile liegen für alle Beteiligten auf der Hand, denn Wildlinge, die motiviert und mit Freude arbeiten, machen einen guten Job! Und bringen zum Beispiel doppelt so viele Ideen ins Unternehmen ein, wie Mitarbeiter_innen, die sich langweilen oder nicht wertgeschätzt fühlen. Das dürfen wir im Fuchsbau jeden Tag erleben.

Und wie kommt man jetzt überhaupt in den Flow? Csikzentmihalyi nennt folgende Punkte:

  • Die Aufgabe ist klar und die Aufmerksamkeit liegt auf dem was zu tun ist.
  • Es gibt eine sofortige oder zeitnahe Rückmeldung auf die Tätigkeit (nicht zwangsläufig von der Chefin, idealerweise aus der Tätigkeit selber).
  • Die Aufgabe ist anspruchsvoll, aber zu bewältigen.
  • Die Konzentration steigt.
  • Man ist völlig in der Gegenwart, die Zeit verfliegt.
  • Man hat das Gefühl, die Situation zu bewältigen.

Was bedeutet das für Wildling? Wie können wir jeden Fuchs an die Stelle im Bau setzen, an denen er oder sie seine bzw. ihre Talente am Besten einsetzen kann? Was brauchen wir um an Aufgaben zu wachsen? Was geben wir ab, weil wir es selber nicht bewältigen können oder wollen?

Das sind alles Fragen, die wir uns ständig stellen. Wir haben den Anspruch, als Unternehmen und für jeden einzelnen im Flow zu sein. Haben wir diese Fragen für alle zur Zufriedenheit beantwortet, wird der Flow immer wahrscheinlicher, ob im Lager, im Kundenservice oder in der Wildling Community.

Wann wart ihr zuletzt im Flow?

Work and Run wild! Team Wildling


Zum Weiterlesen:

Mihaly Csikszentmihalyi: Flow im Beruf. Das Geheimnis des Glücks am Arbeitsplatz

 

Foto von Sandra und Stefano

1 Kommentar

  • Geposted am von Judit Hagymási-Varga

    Dear Wildlings!
    It was heartwarming to notice that you like books from a Hungarian author. You should check up Tamás Vekerdy too. Different topic but worth reading. If you need any translation, just write to me!
    Run wild ;9

Hinterlasse einen Kommentar

Alle Blog-Kommentare werden vor Veröffentlichung überprüft