Zu dritt stehen die Kinder vor dem großen Ahornbaum mit seinem weit verzweigten Astgewirr. Die Köpfe in den Nacken gelegt versuchen sie den Wipfel zu erkennen. Das Sonnenlicht blendet sie, ein Spatz schaut neugierig aus der Höhe zurück: was haben diese entschlossen aussehenden Kinder vor?

Eines von ihnen macht einen kleinen Schritt nach vorne. Die Hand sucht Halt an dem untersten, kräftigen Ast, der Fuß drückt gegen den Stamm - schon hebt sich das Kind in die Luft…

Räubertochter auf Entdeckungstour. Outfit: Komana

Die beiden anderen Kinder folgen mit etwas Abstand, jedes erklimmt in seinem Tempo die Baumkrone. Oben angekommen schauen sie sich stolz und glücklich an.

Sie alle sind an diesem Abenteuer gewachsen. Auch die Schrammen am Knie oder die Löcher in der Kleidung ändern daran nichts.

Der Fuchs schaut aus seinem Bau und nickt anerkennend zu den Kindern rüber. So ist es richtig für kleine Wildlinge: Die Welt muss entdeckt, Hindernisse müssen erklommen und Abenteuer erlebt werden.

Bis hierhin ist nicht zu erkennen, ob es sich bei den Kindern um Mädchen und Jungen handelt: Das Glitzern in den Augen aller Kinder ist das Gleiche, sie haben dreckige Hände und verwuschelte Haare, freuen sich an der Bewegung und daran, dass sie die Angst vorm Scheitern überwunden haben. Warum sollte man also nach dem Geschlecht fragen?

Wild und frei statt Mädchen oder Junge

Eine sehr gute Frage. Und warum spielt das für uns bei Wildling Shoes eine Rolle? Nun, wir alle sind nicht ganz frei von der Vorstellung, was es bedeutet, ein Mädchen oder ein Junge zu sein und welches Verhalten dazu gehört.

Wenn einem Mädchen aber das Klettern mit dem Hinweis: “Lass das lieber, da werden deine schönen Anziehsachen ganz dreckig!” verwehrt wird oder der Junge, der vom Ast gefallen ist und weint, nicht so “wie ein Mädchen heulen” soll - dann, finden wir, nehmen wir unseren Kindern ganz viel:

Das Glitzern in den Augen nach so einem Abenteuer oder das Gefühl, auch in schwierigen Situationen sicher und geborgen zu sein. Wir nehmen ihnen die Möglichkeit, ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse zu fühlen, zu erleben und sich selbst in ihrer Vielfalt kennen zu lernen.

Gemeinsam die Welt erkunden.

Tatsächlich wird Kleidung in Online Shops, auch Schuhe, meist in “Damen” und “Herren” oder Mädchen und Jungen unterteilt.

Eine Kategorisieriung, die im Modebereich sehr üblich ist, die aber überhaupt nicht zu Wildling passt. Dabei erreicht auch uns hin und wieder die Frage: “Macht ihr auch mal Mädchenschuhe?”

Nun ist es so: Wir machen Barfußschuhe. Für Räubertöchter und wilde Kerle, für kleine und große Leute. Für alle Füße, die da draußen herum laufen, hüpfen, springen, spazieren und wandern.

Kein Paar Füße ist wie das andere und doch sind Füße in vielem  gleich: Sie brauchen Bewegungsfreiheit. Wenn barfuß laufen keine Alternative ist, wollen wir mit unseren Wildlingen dazu beitragen, dass alle wilden Pfoten frei rennen können.

Sind Männer- und Frauenfüße eigentlich unterschiedlich?

Unsere Gesellschaft findet kleine, schmale Füße femininer, weiblicher. Das heißt noch lange nicht, dass Frauenfüße per se klein und schmal sind. Aber sie werden oft in Schuhe gedrückt, die zu klein und zu eng sind, auch schon bei Kindern. Probleme, wie Hallux Valgus oder eine geschwächte Fußmuskulatur sind gesundheitliche Probleme, die daraus resultieren können - es gibt also keinen “typischen” Frauen- oder Männerfuß, aber durchaus Fußprobleme, die später zu so genannten “typischen” Fußkrankheiten von Frauen werden.

Wenn es aber DEN Mädchen- oder Jungenfuß gar nicht gibt (das selbe gilt für die ausgewachsenen Exemplare) - was sollen dann Mädchen- oder Jungenschuhe sein?

Wir bei Wildling wollen Freiheit in ein Paar Schuhe packen - so haben wir unsere Aufgabe formuliert. Und diese Wahlfreiheit würden wir niemandem verwehren: Geschmäcker sind genauso unterschiedlich wie Fußpaare. Was dem einen nicht gefällt, ist dem anderen ein Fest.

Für die Passform gibt es für uns eh keine Alternative - so lange es keine Möglichkeit gibt, euch die Schuhe maßgeschneidert um die Pfote zu nähen ist die anatomische Form mit der breiten Zehenbox die beste Möglichkeit, allen Füßen Bewegungsfreiheit und Schutz zu geben. Breite und schmale Tatzen gibt es in allen Größen.

Ich mag alle Farben!

Und die Farben? Auch die sind für alle da! Ja, wir haben diesen Sommer den Fasan dabei, dessen wunderschönes Federkleid altrosa leuchtet. Und die Taube mit hellblauem Gefieder. Ist rosa eine “Mädchenfarbe”? Blau eine Jungenfarbe? Wer legt denn die Regeln dafür fest? Es ist noch keine 100 Jahre her, da war rosa die Farbe für Jungs: kräftiges Rot war eine starke Signalfarbe, stand für Blut und Kampf. Das kleine Rot, also rosa, galt demnach als die geeignete Farbe für Jungs. Die Jungfrau Maria wurde oft mit blauem Umhang dargestellt und darum, so sagt man, war hellblau die perfekte Farbe für kleine Mädchen.

Später wurde blau zur “männlichen” Farbe, vielleicht wegen der Militäruniformen, vielleicht wegen des Jeanstrends - warum auch immer, es zeigt:

Die Zuschreibungen sind also nicht naturgegeben, sondern von uns Menschen gemacht - und darum auch von uns veränderbar.

Und wenn ihr das nächste Mal einen zum Klettern einladenden Baum seht: einfach mit den Händen Halt suchen, den Fuß gegen den Stamm drücken und los klettern, das richtige Schuhwerk habt ihr ja eh an den Füßen!

Run wild, no matter if boy or girl!
Anna, Ran und die Wildlinge

Outfits im Titelbild: Lily-Balou

Zu dritt stehen die Kinder vor dem großen Ahornbaum mit seinem weit verzweigten Astgewirr. Die Köpfe in den Nacken gelegt versuchen sie den Wipfel zu erkennen. Das Sonnenlicht blendet sie, ein Spatz schaut neugierig aus der Höhe zurück: was haben diese entschlossen aussehenden Kinder vor?

Eines von ihnen macht einen kleinen Schritt nach vorne. Die Hand sucht Halt an dem untersten, kräftigen Ast, der Fuß drückt gegen den Stamm - schon hebt sich das Kind in die Luft…

Räubertochter auf Entdeckungstour. Outfit: Komana

Die beiden anderen Kinder folgen mit etwas Abstand, jedes erklimmt in seinem Tempo die Baumkrone. Oben angekommen schauen sie sich stolz und glücklich an.

Sie alle sind an diesem Abenteuer gewachsen. Auch die Schrammen am Knie oder die Löcher in der Kleidung ändern daran nichts.

Der Fuchs schaut aus seinem Bau und nickt anerkennend zu den Kindern rüber. So ist es richtig für kleine Wildlinge: Die Welt muss entdeckt, Hindernisse müssen erklommen und Abenteuer erlebt werden.

Bis hierhin ist nicht zu erkennen, ob es sich bei den Kindern um Mädchen und Jungen handelt: Das Glitzern in den Augen aller Kinder ist das Gleiche, sie haben dreckige Hände und verwuschelte Haare, freuen sich an der Bewegung und daran, dass sie die Angst vorm Scheitern überwunden haben. Warum sollte man also nach dem Geschlecht fragen?

Wild und frei statt Mädchen oder Junge

Eine sehr gute Frage. Und warum spielt das für uns bei Wildling Shoes eine Rolle? Nun, wir alle sind nicht ganz frei von der Vorstellung, was es bedeutet, ein Mädchen oder ein Junge zu sein und welches Verhalten dazu gehört.

Wenn einem Mädchen aber das Klettern mit dem Hinweis: “Lass das lieber, da werden deine schönen Anziehsachen ganz dreckig!” verwehrt wird oder der Junge, der vom Ast gefallen ist und weint, nicht so “wie ein Mädchen heulen” soll - dann, finden wir, nehmen wir unseren Kindern ganz viel:

Das Glitzern in den Augen nach so einem Abenteuer oder das Gefühl, auch in schwierigen Situationen sicher und geborgen zu sein. Wir nehmen ihnen die Möglichkeit, ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse zu fühlen, zu erleben und sich selbst in ihrer Vielfalt kennen zu lernen.

Gemeinsam die Welt erkunden.

Tatsächlich wird Kleidung in Online Shops, auch Schuhe, meist in “Damen” und “Herren” oder Mädchen und Jungen unterteilt.

Eine Kategorisieriung, die im Modebereich sehr üblich ist, die aber überhaupt nicht zu Wildling passt. Dabei erreicht auch uns hin und wieder die Frage: “Macht ihr auch mal Mädchenschuhe?”

Nun ist es so: Wir machen Barfußschuhe. Für Räubertöchter und wilde Kerle, für kleine und große Leute. Für alle Füße, die da draußen herum laufen, hüpfen, springen, spazieren und wandern.

Kein Paar Füße ist wie das andere und doch sind Füße in vielem  gleich: Sie brauchen Bewegungsfreiheit. Wenn barfuß laufen keine Alternative ist, wollen wir mit unseren Wildlingen dazu beitragen, dass alle wilden Pfoten frei rennen können.

Sind Männer- und Frauenfüße eigentlich unterschiedlich?

Unsere Gesellschaft findet kleine, schmale Füße femininer, weiblicher. Das heißt noch lange nicht, dass Frauenfüße per se klein und schmal sind. Aber sie werden oft in Schuhe gedrückt, die zu klein und zu eng sind, auch schon bei Kindern. Probleme, wie Hallux Valgus oder eine geschwächte Fußmuskulatur sind gesundheitliche Probleme, die daraus resultieren können - es gibt also keinen “typischen” Frauen- oder Männerfuß, aber durchaus Fußprobleme, die später zu so genannten “typischen” Fußkrankheiten von Frauen werden.

Wenn es aber DEN Mädchen- oder Jungenfuß gar nicht gibt (das selbe gilt für die ausgewachsenen Exemplare) - was sollen dann Mädchen- oder Jungenschuhe sein?

Wir bei Wildling wollen Freiheit in ein Paar Schuhe packen - so haben wir unsere Aufgabe formuliert. Und diese Wahlfreiheit würden wir niemandem verwehren: Geschmäcker sind genauso unterschiedlich wie Fußpaare. Was dem einen nicht gefällt, ist dem anderen ein Fest.

Für die Passform gibt es für uns eh keine Alternative - so lange es keine Möglichkeit gibt, euch die Schuhe maßgeschneidert um die Pfote zu nähen ist die anatomische Form mit der breiten Zehenbox die beste Möglichkeit, allen Füßen Bewegungsfreiheit und Schutz zu geben. Breite und schmale Tatzen gibt es in allen Größen.

Ich mag alle Farben!

Und die Farben? Auch die sind für alle da! Ja, wir haben diesen Sommer den Fasan dabei, dessen wunderschönes Federkleid altrosa leuchtet. Und die Taube mit hellblauem Gefieder. Ist rosa eine “Mädchenfarbe”? Blau eine Jungenfarbe? Wer legt denn die Regeln dafür fest? Es ist noch keine 100 Jahre her, da war rosa die Farbe für Jungs: kräftiges Rot war eine starke Signalfarbe, stand für Blut und Kampf. Das kleine Rot, also rosa, galt demnach als die geeignete Farbe für Jungs. Die Jungfrau Maria wurde oft mit blauem Umhang dargestellt und darum, so sagt man, war hellblau die perfekte Farbe für kleine Mädchen.

Später wurde blau zur “männlichen” Farbe, vielleicht wegen der Militäruniformen, vielleicht wegen des Jeanstrends - warum auch immer, es zeigt:

Die Zuschreibungen sind also nicht naturgegeben, sondern von uns Menschen gemacht - und darum auch von uns veränderbar.

Und wenn ihr das nächste Mal einen zum Klettern einladenden Baum seht: einfach mit den Händen Halt suchen, den Fuß gegen den Stamm drücken und los klettern, das richtige Schuhwerk habt ihr ja eh an den Füßen!

Run wild, no matter if boy or girl!
Anna, Ran und die Wildlinge

Outfits im Titelbild: Lily-Balou

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