RE:THINK FAMILY mit Jasmin

Wildling ist eine Familienmarke. Aber was bedeutet das eigentlich? Das Verständnis von Familie ist so individuell wie wir Menschen. Darum hat der Fuchs sich umgehört: Wie denken, leben, fühlen wir Familie?


Die Wildling Geschichte beginnt mit dem Aufbrechen konventioneller Denkmuster – als sich Anna und Ran 2015 einen Schuh ausgedacht haben, von dem zunächst mal alle meinten, dass er unmöglich ist. Dieses Umdenken zieht sich durch die ganze Unternehmensgeschichte: in der Art, wie wir Schuhe machen, wie wir arbeiten und leben wollen. Nämlich vor allem frei von einer „Das macht man eben so“-Denkweise. Und dazu gehört natürlich auch, wie wir Familie verstehen. Denn das Verständnis von Familie, und das damit verbundene Gefühl, das ein Ort sich nach Zuhause anfühlt, ist ganz individuell. Darum fragt der Fuchs in der neuen Reihe RE:THINK FAMILY nach: Was bedeutet Familie für euch?

Jasmin lebt zusammen mit ihrer Tochter in einer kleinen Stadt in Deutschland. Sie ist afrodeutsche ADHS Autistin und alleinerziehende, pflegende Mutter in Partnerschaft. Bei Instagram unter @darshanawhynot und als Bloggerin und Autorin auf Kaiserinnenreich schreibt und diskutiert sie vor allem über Feminismus, Inklusion und Antirassismus – und nimmt ihre Leser:innen ein Stück mit in ihren Alltag. Jasmin ist außerdem Mitbegründerin des Eigenes Zimmer Mag, dem ersten Online-Magazin, das Anfang Mai 2021 von ausschließlich neurodiversen Menschen ins Leben gerufen wurde.

 

Foto: @darshanawhynot

 

„Wildling fragt, was Familie für mich bedeutet und ich denke, Familie hat so viele verschiedene Bedeutungen für uns alle, dass ich das nicht pauschal beantworten kann und möchte. Aber meine Idealvorstellung von Familie ist ein Ort, an dem ich ich selbst sein kann, ohne Angst zu haben, nicht angenommen zu werden. Was Familie für mich bedeuten soll, das habe ich erst nach der Geburt meiner Tochter und der Trennung von ihrem Vater verstanden. Ich verstehe es jetzt, wo ich in einer gleichberechtigten Beziehung lebe, in der wir uns gegenseitig Halt geben, wenn wir ihn brauchen. In der wir uns unterstützen, statt einander zu verurteilen. Das ist Arbeit, aber ich finde, es lohnt sich. Familie sind meine Stiefgeschwister, die wie mein Stiefvater für mich dazu gehören. Familie sind meine Familienmitglieder, die nicht mehr leben, wie meine Großeltern, die mich so maßgeblich geprägt haben, dass es sich falsch anfühlen würde, sie hier nicht zu erwähnen. Familie ist, einen Ort zu haben, an dem ich lerne, mich und meine Lieben anzunehmen, wie wir sind, das ist für mich nämlich unbezahlbar.

 

Familie ist, am Wochenende viel Zeit mit meiner Tochter zu verbringen, aber auch, dass meine Eltern sie nehmen und ich andere Dinge unternehmen kann. Familie ist auch mein Partner, der mein Kind hält, es liebt und sich um es kümmert, auch wenn es nicht sein eigenes ist. Familie ist, Frieden damit zu schließen, dass meine Familienkonstellation (noch) nicht in einem Bilderbuch vertreten ist und daran zu arbeiten, dass sich das ändert. Familie ist anders, als ich es mir vorgestellt habe. Familie ist manchmal weit weg. Familie ist Türen knallen und zu laut streiten. Familie ist Geborgenheit. Familie ist gemeinsam am Tisch sitzen und durcheinander reden. Familie ist im Bett kuscheln und Pizza essen. Familie ist Raum zum Wachsen haben. Familie nervt manchmal. Familie tut manchmal weh. Familie ist, sich abgrenzen lernen, Familie ist kümmern, Pflege, Fürsorge. Familie ist Schweigen, Lachen, Chaos. Familie ist Arbeit, Wut, Trauer, Glück, Freude, Schmerz, Leichtigkeit, Ruhe, Unruhe.

 

Fotos: @darshanawhynot

Familie ist Loslassen. Familie ist Urlaub, der Geruch von Meer, aber auch Alltag, zur Schule und auf die Arbeit hetzen. Familie bedeutet leider auch oft strukturelle Benachteiligung, insbesondere von Müttern. Das muss sich ändern! Vor allem aber ist Familie individuell und ich finde, jede Konstellation in der man sich zu Hause, geborgen und angenommen fühlt, darf auch Familie genannt werden. Deshalb ist Familie für mich auch meine beste Freundin und deren Familie, oder überhaupt meine Freund*innen. Denn ohne sie wäre ich nicht, wer ich bin und auch wir brauchen uns gegenseitig. Familie ist für mich ein Ort, an dem Inklusion gelebt wird und den ich brauche. Familie ist Liebe.“


Danke, liebe Jasmin!





Titelfoto: @darshanawhynot

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