Nominiert für den German Design Award - “Form follows function” oder wie die Wildlinge zu ihrem Aussehen kamen

Nominiert für den German Design Award - “Form follows function” oder wie die Wildlinge zu ihrem Aussehen kamen

Oh, welch wundervolle Überraschung uns neulich ins Postfach flog! Die Nominierung für den German Design Award, verliehen vom Rat für Formgebung.

Dass unsere Schuhe (die gegen viele ungeschriebene Regeln, wie ein Schuh aussehen und sein soll, verstoßen) für diese Auszeichnung nominiert wurden, ehrt uns ganz besonders.

“Form follows function” - das war und ist uns ganz besonders wichtig.

Wildlinge folgen der Form des Fußes und nicht nur modischen Erwartungen. Aber glücklicherweise werden diese modischen Erwartungen, die einen schmalen, vorne spitz zulaufenden Schuh favorisieren, gerade durchbrochen.

Und obwohl uns bereits begeistertes Feedback über das Aussehen unserer Minimalschuhe erreichte, dachten wir, wir sind halt ein wenig voreingenommen.

Darum bedeutet diese Nominierung für “Excellent Product Design” in der Kategorie Lifestyle & Fashion so viel. Daher nehmen wir das gerne zum Anlass, die Evolution der Wildlinge in Bildern zu zeigen und Sabine, die für das Design der Kollektion zuständig ist, noch einmal genauer vorzustellen:

Orthopädieschuhmacherin und Designerin: Sabine verleiht unseren Wildlingen gutes Aussehen

Sabine ist selbst gelernte Orthopädieschuhmacherin, studierte anschließend Produktdesign und hat bereits bei einigen großen Schuhherstellern gearbeitet. Irgendwann hatte sie Fußprobleme und dachte sich: “Ich kann nicht mehr guten Gewissens für konventionelle Schuhmarken arbeiten, bei allem, was ich über Füße und Schuhe weiß, läuft hier was gewaltig falsch.”

Designerin Sabine (links) und Produktentwicklerin Kristin arbeiten eng zusammen, weil nicht nur das Äußere, sondern auch die inneren Werte zählen.

Mit einer Freundin zusammen wollte sie einen Schuh entwerfen, der ihren Ansprüchen genügt und den Füßen mehr Platz lässt. Die Freundin hatte jedoch großen Respekt vor der Selbstständigkeit, so dass aus der eigenen Firma nichts wurde.

Kurze Zeit später schickte ihr die selbe Freundin aber einen Link zu dem Crowdfunding, mit dem Wildling die ersten Schuhe finanzierte. “Da war ich gleichzeitig neidisch und begeistert! Ich habe Anna und Ran dann geschrieben, wie toll ich die Idee finde und etwas flapsig sowas gesagt wie: Macht das mal gut, dann muss ich das nicht machen! Anna schrieb aber gleich zurück und fragte, ob ich mich mit Schuhdesign auskenne und weil dem so war, haben wir uns getroffen. So kam es zu unserer Zusammenarbeit. Erst war ich als Freelancerin für Wildling tätig, inzwischen angestellt in Teilzeit.”

Pionierfeeling: Die ersten Wildlinge und wie sie wurden, was sie sind

Die allerersten Entwürfe entstanden noch bei Anna und Ran zu Hause auf dem Papier. Ein dreidimensionales Objekt, wie einen Schuh auf Papier zu zeichnen, ist an sich schon eine Kunst.

Schuhe sind unglaublich komplex und die meisten bestehen aus vielen Einzelteilen. Wildlinge sind dagegen ziemlich minimalistisch. Das erforderte aber viel Kreativität und Ausprobieren für das Schnittmuster.

Die ersten Entwürfe am heimischen Küchentisch von Anna und Ran

Mit einem italienischen Schuhdesigner, der in Mexiko lebte, wurde das Design entwickelt. Man schrieb sich E-Mails hin und her, bis Anna und Ran das Gefühl hatten, die Idee sei stimmig auf Papier umgesetzt. Der Leisten wurde zusammen mit einem deutschen Leistenbauer entwickelt - als Vorlage diente der Fuß von Annas und Rans ältester Tochter. Mit diesen Entwürfen, für Design und Leisten, ist Ran dann nach Portugal geflogen, um einen Hersteller zu suchen, der mit uns einen Prototyp entwickelt. Pionierfeeling pur.

Etwa an diesem Punkt begann Sabines Arbeit:

“Wir waren in der ersten Zeit damit beschäftigt, ein einheitliches Design für die Wildlinge zu entwerfen, so scheinbar banale Dinge wie: wo verläuft die Naht zwischen Mikrofaser und Oberstoff, wo wird die Lasche hinten angesetzt und wie groß ist sie? Damit nicht jeder Wildling anders aussieht als der andere.”

An den kleinsten Wildlingen, den Cubs, war Sabine in der Entwicklung mitbeteiligt. Hier musste ja auch die Sohle an die winzigen Größen angepasst werden. “Am meisten Spaß machen mir die Auswahl der Materialien und die Farbgestaltung. Das ist schon eine Herausforderung, da man so vieles berücksichtigen muss: modische Trends und dass es Menschen gibt, die eher Brauntöne tragen, andere, die eher kalte Farben bevorzugen. Die Schuhe müssen auch zu dem passen, was schon im Kleiderschrank vorhanden ist und andere wollen mit den Schuhen ein - farbliches - Statement setzen. Ein riesengroßer Teil aller konventionellen Schuhe ist ja schwarz, ein schon viel kleinerer Teil dann braun. Bunt macht nur einen klitzekleinen Anteil aus. Auch das mag ich hier bei Wildling, den Mut zur und die Lust an der Farbe, den unsere Kund_innen haben.”

Ein kleiner Ausschnitt aus den ersten Entwicklungsschritten:

Wir haben mal im Archiv gegraben und ein paar fotografische Schätze aus der Designentwicklung gehoben:

 

Das erste Sample ist da! Schon schön, aber da kann man noch was dran machen.

Jede Änderung muss genau festgehalten werden

In das Atelier und zu Kristins Arbeit als Produktentwicklerin haben wir euch schon mal mitgenommen: Hier entlang.

Wie ein Designprozess aussehen kann und was Sabines Clue in der aktuellen Kollektion war, lest ihr hier.

Drückt uns die Daumen, dass aus der Nominierung auch ein Preis wird und

Run wild! Anna, Ran und Team Wildling