Das Foto zeigt die Beine einer Person, die im Wildling Minimalschuh Modell Flughund an einem Bachlauf oder einer Quelle entlang läuft. Am Uferrand befinden sich große Natursteine und verschiedene Pflanzen sowie ein junger Baum.

Echte Veränderung beginnt bei uns selbst

Wildling ist aus der Idee der Regeneration entstanden: Die Minimalschuhe helfen dabei, die Fußmuskulatur zu regenerieren, die Freude an natürlichen Bewegungsabläufen wiederzuentdecken und den Boden zu spüren, der uns trägt. Doch Regeneration bedeutet noch mehr: Wir möchten Verantwortung für ökologische und soziale Zukunftsfragen übernehmen und klimapositive Lösungen vorantreiben. Wir Menschen - insbesondere im globalen Norden - verbrauchen jährlich 400 Megatonnen Kohlenstoff (CO2). Wildling hat als Unternehmen einen Anteil an diesem globalen CO2-Verbrauch. Wildlings Beitrag dazu liegt nach unseren ersten Datenerhebungen aktuell bei jährlich rund 1.800 Tonnen.

Unternehmen nutzen die Ressourcen der Erde, darum sollten sie sich auch für deren Erhalt einsetzen, ist Wildling Gründerin Anna Yona überzeugt. Dabei möchte sie einen entscheidenden Schritt weiter gehen: Wir wollen nicht nur Schaden minimieren, sondern bei jedem Schritt, den wir tun, eine positive Wirkung schaffen.
Wir sind die Generation, die jetzt alles tun muss, um CO2-Emissionen dauerhaft zu reduzieren. Der größte Teil der Emissionen, die bei Wildling entstehen, nämlich 87 Prozent, liegen derzeit bei der Rohstoffherstellung und in den verschiedenen Stufen der Lieferkette. Hier steckt für uns also auch der Schlüssel für echte Veränderung, indem wir das ganze System neu denken und zu einem regenerativen Kreislauf umgestalten.

 

Ein Kind befindet sich mit dem Rücken zu Kamera hockend an einem Fluss und spielt mit einem Zweig.
Foto: Wildling Shoes/Sarah Pabst

 

Warum wir aktiv Emissionen reduzieren, statt CO2 zu kompensieren

In einem intakten Kreislauf nehmen Bäume und andere Pflanzen das CO2 auf, das Menschen und Tiere ausatmen, und produzieren den Sauerstoff (O2), der dann wiederum Menschen und Tieren zum Atmen und Leben zur Verfügung steht. Damit auch zukünftig noch ein gutes Leben auf der Erde möglich ist, müssen wir dafür sorgen, dass dieser Kreislauf aktiv und vor allem in Balance ist. Das bedeutet, wir Menschen müssen unserem übermäßigen CO2-Ausstoß etwas entgegensetzen.
Gegen die Möglichkeit, verbrauchtes CO2 rein finanziell zu kompensieren, haben wir uns ganz bewusst entschieden, denn das löst das Problem nicht. Wir wollen keine CO2-neutrale Weste erkaufen. Nur wenn wir Emissionen spürbar und dauerhaft reduzieren, können wir wirklich etwas verändern.

Um wieder eine Balance zu schaffen, wollen wir aktiv unsere größten Emissionsquellen reduzieren, indem wir ganz gezielt in Kreislauflösungen, erneuerbare Energien und Renaturierung investieren und unsere Lieferkette zu einem regenerativen, zirkulären Wertschöpfungssystem weiterentwickeln.

Wie wir neue Wege gehen: Rohstoffe mit ökologisch-sozialen Prinzipien

Die stärksten Hebel liegen in unseren Herstellungsprozessen: Welche Materialien nutzen wir für Wildling Schuhe - und welche verwenden wir bewusst nicht, weil sie nicht ökologisch erzeugt werden können? Welche Rohstoffproduzent:innen nehmen ökologisch-soziale Prinzipien ernst? Wie müssen Schuhe designt sein, damit sie möglichst lange halten und gut zu reparieren sind? Wie schaffen wir es, gewonnene Ressourcen grundsätzlich möglichst lange in der sinnvollen Nutzung zu halten oder als Teil des natürlichen Kreislaufs wieder der Natur zuzuführen?

Wir setzen weitestgehend Materialien aus dem europäischen Raum ein, um Transportwege kurz zu halten, verwenden überall, wo es möglich ist, ökologisch erzeugte Naturmaterialien und recycelte Materialien und nutzen für Färbung und Imprägnierung möglichst ökologische Mittel. Viele Materialien bringen auch schon eine spannende Naturfärbung mit. Hier entscheiden wir uns immer häufiger dazu, gar nicht zu färben. Dies spart Energie und Chemikalien, die später weitere Materialkreisläufe erschweren. Beim Schuhdesign versuchen wir, immer minimalistischer hinsichtlich der Materialien zu werden, beispielsweise indem wir stetig mehr Möglichkeiten finden, auf Mikrofaser zu verzichten.

 

Das Foto zeigt einen grünen Mischwald mit jungen Bäumen und dichtem Unterholz und Moos.
Foto: Wildling Shoes/Sarah Pabst

 

Was wir unter Slow Fashion verstehen: Schuhe mit Verantwortung

Bei Wildling gibt es statt ständig wechselnder Kollektionen nur eine begrenzte Zahl an neuen Schuhmodellen pro Jahr. Wir suchen den bestmöglichen Kompromiss aus einem flexiblen, gesundheitsfördernden Schuh aus möglichst nachhaltig produzierten Naturmaterialien einerseits und einer möglichst langlebigen Nutzung andererseits. Unser Fokus liegt auf der Gewinnung der Materialien, der Produktion in Portugal und einer schlanken Logistik. Infolgedessen gibt es bei Wildling auch keine Niedrigpreise, keine fest eingeplanten Sales - und manchmal auch keine ständige Verfügbarkeit aller Modelle. Wir setzen auf ein zeitloses Design und ein wachsendes Reparaturangebot statt auf immer mehr Schuhproduktion und -verkauf.

 

Titelfoto: Daria Szotek