Anfang Juli war Team Wildling auf der Fashion Sustain in Berlin, die parallel zur Fashion Week stattfand. Auf der Fashion Sustain geht es, wie der Name schon sagt, um Nachhaltigkeit in der Modebranche. Aber auch Fragen wie: Wie sieht die Zukunft der Mode aus, welchen Einfluss haben Technologien und Digitalisierung auf das, was wir tragen und wie werden Kleidungsstücke hergestellt, beschäftigte die Veranstalter und Teilnehmer.

So saßen wir in verschiedenen Vorträgen und Workshops und bekamen einen Eindruck davon, wie die Zukunft nachhaltiger Textilien aussehen könnte. Und wir überlegen hinter den Kulissen schon eifrig, was wir davon umsetzen werden. Hier ein paar Ausschnitte von dem, was wir gesehen und gehört haben:

Materialien

Baumwolle, Leinen und Hanf sind immer noch die Klassiker bei den Materialien für nachhaltige Kleidung. Je nach Verarbeitung und Webart werden daraus leichte Sommerstoffe oder robustere Textilien wie Moleskin, das für Arbeitskleidung verwendet werden kann.

Aber auch andere Naturmaterialien lassen sich zu Stoffen verarbeiten. Wir haben Schuhe mit Holzfasern oder Baumpilzen und Gummistiefel mit Mais gesehen. Aus Walnüssen lassen sich Sohlen herstellen und es wird mit Algen oder Tee experimentiert. Man könnte glauben, dass der Kreativität da keine Grenzen gesetzt sind! Wir haben zum Beispiel gute Erfahrungen mit Tencel (aus Eukalyptus) und Hanf gemacht. Wir sind die Ersten, die einen Schuh aus Washi (70% Papier) hergestellt haben. Damit hat der Tanuki Maßstäbe für weitere Innovationen gesetzt. Und auch unser Wolf, der zum großen Teil  aus Schurwollwalk besteht, hat noch nicht viele Rudelmitglieder außerhalb von Wildling Shoes.

Wir verfolgen weiterhin gespannt, was sich in der Praxis wirklich als nachhaltig und alltagstauglich erweist!

Technologie

Die eigenen Füße digital ausmessen lassen und sich dann einen selbst kreierten, einmaligen Wunschschuh aus dem 3D-Drucker fertigen? Theoretisch ist das dank technologischer Verfahren möglich. Praktisch sind die Verfahren noch sehr teuer und mit wenigen Materialien umsetzbar. Jeder sollte passgenaue Kleidung (und Schuhe) haben, zumal klassische Konfektionsgrößen meist nur an gewisse Standardformen genormt sind, dabei sind Füße und Körperformen so verschieden! Wer weiß das besser als wir ;-)

Neben dem Produkt selber betrifft die Digitalisierung aber auch die Auswahl der Garderobe: Welche Wildlinge passen zu deinem Kleid, welche zur Dreiviertelhose? Auch hier gibt es inzwischen Software, die deinen Kleider- und Schuhschrank sowie deine Größen kennt und für dich eine Garderobe auswählt. Oder du fragst die Community, wenn du es menschlicher magst. Aber, ob da nicht die Individualität verloren geht? Schließlich sind Geschmäcker ja verschieden und das macht das Leben so bunt...

Aufklärung und Nachhaltigkeit

Woher kommt eigentlich meine Kleidung genau? Wo stammt die Baumwolle her, woraus besteht der Kleber an der Schuhsohle und wie viele Menschen sind mit meiner Bluse beschäftigt, bevor sie in meinem Kleiderschrank hängt? Nicht nur hier bei Wildling erreichen uns immer wieder Fragen nach der Herkunft von Materialien und Stoffen, nach bedenklichen Inhaltsstoffen oder der Produktion. Wir sind sehr glücklich, dass wir die Fragen immer guten Gewissens beantworten können. Wenn man sich aber selber informieren möchte, welche Hersteller wie produzieren lassen gibt es einige Informationen:  Webseiten und Unternehmen wie WikiRate, Circular.Fashion oder Sustainabill beiten die Möglichkeit, sich auf die Suche nach Herstellern und Unternehmen zu machen und sie sich im Hinblick auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung anzuschauen. So werden Produkte und Lieferketten transparenter und man selber als Konsument kann bessere Entscheidungen treffen.


Wir sind mit vielen Ideen und großer Motivation von dem Event zurückgekehrt. Die Fashion Sustain hat gezeigt, dass Nachhaltigkeit in der Modebranche kein Nischenthema mehr ist.

Es liegt an uns, als Produzenten und Konsumenten, den Wandel herbeizuführen und wie es aussieht, geht es in die richtige Richtung. Auch wenn es noch eine Weile dauert, bis sich Nachhaltigkeit in der Textilindustrie durchsetzt, finden wir die Zukunft vielversprechend!


Run Wild - Anna, Ran und Team Wildling

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