Er begleitet Wildling Shoes seit der Gründung: zwinkert uns von den Schuhen aus zu, mit einer Maske versehen begrüßt er seine neuen Besitzer auf dem Schuhkarton und als Logo ist er überall zu finden, wo Wildling drin steckt: der Fuchs. Schnell folgten weitere wilde Tiere und bereichern Saison für Saison unsere Kollektion.

Aber wisst ihr, welche “echten” wilden Tiere in den (Groß-)Städten leben?

Eisvögel finden sich in Düsseldorf,  Biber leben in München, Füchse in Köln, Wildschweine machen Berlin unsicher und Hirsche verwirren gemütlich grasend die Autofahrer an der Autobahn. Waschbären sorgen für umgeschmissene Mülltonnen und Unmut bei denen, die die Mülltonnen wieder einräumen müssen.

Wir haben jemanden getroffen, der viele dieser Tiere gefunden und gefilmt hat:

Tierfotograf Sven Meurs holt sie in der Stadt vor die Kamera. Er dokumentiert, wie viel Wildnis in unseren Städten ist, warum es sich Tiere dort so gern gemütlich machen, die man in der Großstadt nicht erwartet und wie vielfältig urbane Natur ist. Aus den Fotos und kleinen Videos gestaltet er dann eindrückliche Vorträge und Multimediashows, die er in den Kinos und Theatern Deutschlands seinem interessierten Publikum vorführt.

Für das Interview erwische ich Sven, als er gerade in Leipzig aus dem Zug aussteigt. “Gib mir einen Moment, ich hole eben meinen Koffer, dann kann ich telefonieren.”

Mit der Geräuschkulisse der Großstadt im Hintergrund erzählt Sven von seinem Werdegang, der Liebe zum Fuchs und was wir von der Wildnis lernen können:

Von Amrum nach Köln

“Nach der Schule wollte ich eine Ausbildung zum Krankenpfleger machen. Ein ganz “normales” Krankenhaus kam als Ort aber nicht in Frage. Also habe ich mich bei einer Kurklinik auf Amrum beworben. Dort lebte ich dann während der Ausbildung. Die Insel bietet wunderschöne Natur und eine spannende Tierwelt, darüber hinaus ist dort aber wenig los.

Mit meiner Kamera war ich viel draußen unterwegs. Die einheimischen Tiere waren nicht gerade scheu und so fing ich an, die Tierwelt mit meiner Linse einzufangen.

Als ich später nach Köln zog, begegnete mir eines Nachts, während ich mit dem Fahrrad nach Hause fuhr, ein Fuchs in einer Unterführung. Erst hab ich mich erschrocken, dann wurde ich neugierig: Ein Fuchs hier in Köln? Inzwischen weiß ich, es gibt über 1000 im Stadtgebiet! Und wenn es hier Füchse gibt, welche anderen wilden Tiere leben dann noch hier?

Dadurch entstand mein erstes Projekt “Natürlich KÖLN”. Der Kontrast zwischen diesen “wilden” Tieren und dem Stadtbild von Köln hat mich fasziniert.


Eine Meise brütet in einer Ampel - die Natur erobert sich den urbanen Raum zurück

Dem Fuchs auf der Spur

Um dem Fuchs in Köln auf die Spur zu kommen, hab ich mir ein wildes Tarnkostüm gebastelt und über 260 Stunden in einem selbstgebauten Versteck gewartet, aber immer kam etwas zwischen mich und den Fuchs: das Wetter, eine Baustelle oder die falsche Tageszeit.

Alles hat sich gelohnt, als ich die dunkle Schnauze sah und kurze Zeit später die Fähe mit ihren Jungen. Völlig unbeeindruckt von der Baustelle oder den anderen neugierigen Beobachtern kam sie aus dem Bau, ihre Welpen sprangen hinterher.

Sven in seinem “Fuchsversteck”. Bei kühlen Temperaturen ist es da drin schön warm, im Sommer...heiß

Füchse in der Stadt - viel häufiger, als man denkt

Füchse sind wirklich besonders faszinierende Tiere. Manchmal zeigen sie fast menschliche Züge: Sie sind unglaublich clever und passen sich flexibel ihrer Umgebung an - wie sonst hätten sie sich in der Großstadt integrieren können?

Mich den Füchsen zentimeterweise zu nähern, bis sie sich nicht mehr an meiner Anwesenheit störten, ihren Tagesrhythmus anzunehmen und sie vor die Linse zu bekommen, das hat mir kurz das Gefühl gegeben, auch so clever wie ein Fuchs zu sein.

Mensch und Tier einander näher bringen

Leider hat der Fuchs einen schlechten Ruf, wie auch viele andere wilde Tiere.

Ich hoffe, dass meine Arbeit zur Aufklärung beiträgt und zu mehr Verständnis der “wilden” Tierwelt führt. In Sachsen, wo ich vor kurzem meine Show gezeigt habe, besteht große Angst vor dem Wolf, vor allem aus Unwissenheit. Auch der Fuchs wird gefürchtet, weil er immer noch für Fuchsbandwurm und Tollwut verantwortlich gemacht wird, dabei ist die Zahl der gemeldeten Fälle in Relation zur Zahl der Tiere verschwindend gering. So oder so - Füchse und andere wilde Tiere polarisieren.

Wildschweine in Berlin? Klar, sie finden ausreichend Nahrung in der Großstadt

Auch Wildschweine haben die Vorteile des hippen Lifestyles in Berlin erkannt

Ich will mit meinen Vorträgen für die Natur und Tierwelt begeistern. Mit Warnungen und Ermahnungen spricht man die Menschen nicht an. Wenn man aber Verständnis für die Tiere und ihre Lebensbedürfnisse schafft und die Leute begeistert, hat man sie plötzlich als Naturschützer auf seiner Seite. Wir Menschen müssen buchstäblich sehen, erfahren und begreifen. Wie Kinder, die Käfer in einem Glas sammeln, ganz nah dran gehen und sie dann schnell wieder frei lassen.

Meine Großeltern waren Landwirte. Mein Opa konnte an den Zeichen der Natur, am Flug der Vögel oder am Aussehen der Wolken noch das Wetter vorhersagen. Heutzutage kennt kaum einer die Himmelsrichtungen oder weiß, zu welcher Uhrzeit die Sonne wo am Himmel steht. Ich sehe mich da ein bisschen als Vermittler zwischen Natur und Mensch und möchte dieses Wissen verbreiten und Verständnis auf allen Seiten schaffen.

Und wie gut es auch Körper und Seele tut, wenn man sich in der Natur aufhält. Man entspannt, ist nicht so überreizt - es gibt so viele Gründe, sich auch in der Großstadt mit der vorhandenen Pflanzen- und Tierwelt zu beschäftigen!

Aber bitte Vorsicht walten lassen: Ich habe mal Habichte fotografiert und bin dafür von einem Baum auf einen anderen geklettert. Aus drei Metern Höhe runterfallen kann ich nicht weiter empfehlen!

Die Zukunft der Wildnis in Europa

Aktuell arbeite ich an einem neuen Projekt: Mich interessiert, wie Menschen den Lebensraum der Tiere beeinflussen und umgekehrt. Dafür verlasse ich diesmal auch Deutschland und reise durch ganz Europa:

Ich werde dem Wolf über die Alpen folgen, Bären in Slowenien fotografieren und Hirschen im Wald auflauern. Das Projekt ist auf vier bis fünf Jahre angelegt und es gibt ein paar Kooperationspartner. Sponsoren habe ich nicht, die Projekte finanzieren sich über meine Vorträge und den Verkauf von meinen Kalendern und Bildbänden (hier -> geht es zu Svens Homepage).

Aber ich bin froh, das tun zu können was ich liebe und wichtig finde und das unabhängig davon, ob es einem Auftraggeber gefällt.”

Ich möchte mich gerade für das Interview bedanken, als die Verbindung abbricht - ein Funkloch in der Großstadt oder hat Sven sein nächstes Fotoobjekt entdeckt?

Lieber Sven, danke für das Interview und deine wertvolle Arbeit!

Run wild,

Anna, Ran und Team Wildling

Er begleitet Wildling Shoes seit der Gründung: zwinkert uns von den Schuhen aus zu, mit einer Maske versehen begrüßt er seine neuen Besitzer auf dem Schuhkarton und als Logo ist er überall zu finden, wo Wildling drin steckt: der Fuchs. Schnell folgten weitere wilde Tiere und bereichern Saison für Saison unsere Kollektion.

Aber wisst ihr, welche “echten” wilden Tiere in den (Groß-)Städten leben?

Eisvögel finden sich in Düsseldorf,  Biber leben in München, Füchse in Köln, Wildschweine machen Berlin unsicher und Hirsche verwirren gemütlich grasend die Autofahrer an der Autobahn. Waschbären sorgen für umgeschmissene Mülltonnen und Unmut bei denen, die die Mülltonnen wieder einräumen müssen.

Wir haben jemanden getroffen, der viele dieser Tiere gefunden und gefilmt hat:

Tierfotograf Sven Meurs holt sie in der Stadt vor die Kamera. Er dokumentiert, wie viel Wildnis in unseren Städten ist, warum es sich Tiere dort so gern gemütlich machen, die man in der Großstadt nicht erwartet und wie vielfältig urbane Natur ist. Aus den Fotos und kleinen Videos gestaltet er dann eindrückliche Vorträge und Multimediashows, die er in den Kinos und Theatern Deutschlands seinem interessierten Publikum vorführt.

Für das Interview erwische ich Sven, als er gerade in Leipzig aus dem Zug aussteigt. “Gib mir einen Moment, ich hole eben meinen Koffer, dann kann ich telefonieren.”

Mit der Geräuschkulisse der Großstadt im Hintergrund erzählt Sven von seinem Werdegang, der Liebe zum Fuchs und was wir von der Wildnis lernen können:

Von Amrum nach Köln

“Nach der Schule wollte ich eine Ausbildung zum Krankenpfleger machen. Ein ganz “normales” Krankenhaus kam als Ort aber nicht in Frage. Also habe ich mich bei einer Kurklinik auf Amrum beworben. Dort lebte ich dann während der Ausbildung. Die Insel bietet wunderschöne Natur und eine spannende Tierwelt, darüber hinaus ist dort aber wenig los.

Mit meiner Kamera war ich viel draußen unterwegs. Die einheimischen Tiere waren nicht gerade scheu und so fing ich an, die Tierwelt mit meiner Linse einzufangen.

Als ich später nach Köln zog, begegnete mir eines Nachts, während ich mit dem Fahrrad nach Hause fuhr, ein Fuchs in einer Unterführung. Erst hab ich mich erschrocken, dann wurde ich neugierig: Ein Fuchs hier in Köln? Inzwischen weiß ich, es gibt über 1000 im Stadtgebiet! Und wenn es hier Füchse gibt, welche anderen wilden Tiere leben dann noch hier?

Dadurch entstand mein erstes Projekt “Natürlich KÖLN”. Der Kontrast zwischen diesen “wilden” Tieren und dem Stadtbild von Köln hat mich fasziniert.


Eine Meise brütet in einer Ampel - die Natur erobert sich den urbanen Raum zurück

Dem Fuchs auf der Spur

Um dem Fuchs in Köln auf die Spur zu kommen, hab ich mir ein wildes Tarnkostüm gebastelt und über 260 Stunden in einem selbstgebauten Versteck gewartet, aber immer kam etwas zwischen mich und den Fuchs: das Wetter, eine Baustelle oder die falsche Tageszeit.

Alles hat sich gelohnt, als ich die dunkle Schnauze sah und kurze Zeit später die Fähe mit ihren Jungen. Völlig unbeeindruckt von der Baustelle oder den anderen neugierigen Beobachtern kam sie aus dem Bau, ihre Welpen sprangen hinterher.

Sven in seinem “Fuchsversteck”. Bei kühlen Temperaturen ist es da drin schön warm, im Sommer...heiß

Füchse in der Stadt - viel häufiger, als man denkt

Füchse sind wirklich besonders faszinierende Tiere. Manchmal zeigen sie fast menschliche Züge: Sie sind unglaublich clever und passen sich flexibel ihrer Umgebung an - wie sonst hätten sie sich in der Großstadt integrieren können?

Mich den Füchsen zentimeterweise zu nähern, bis sie sich nicht mehr an meiner Anwesenheit störten, ihren Tagesrhythmus anzunehmen und sie vor die Linse zu bekommen, das hat mir kurz das Gefühl gegeben, auch so clever wie ein Fuchs zu sein.

Mensch und Tier einander näher bringen

Leider hat der Fuchs einen schlechten Ruf, wie auch viele andere wilde Tiere.

Ich hoffe, dass meine Arbeit zur Aufklärung beiträgt und zu mehr Verständnis der “wilden” Tierwelt führt. In Sachsen, wo ich vor kurzem meine Show gezeigt habe, besteht große Angst vor dem Wolf, vor allem aus Unwissenheit. Auch der Fuchs wird gefürchtet, weil er immer noch für Fuchsbandwurm und Tollwut verantwortlich gemacht wird, dabei ist die Zahl der gemeldeten Fälle in Relation zur Zahl der Tiere verschwindend gering. So oder so - Füchse und andere wilde Tiere polarisieren.

Wildschweine in Berlin? Klar, sie finden ausreichend Nahrung in der Großstadt

Auch Wildschweine haben die Vorteile des hippen Lifestyles in Berlin erkannt

Ich will mit meinen Vorträgen für die Natur und Tierwelt begeistern. Mit Warnungen und Ermahnungen spricht man die Menschen nicht an. Wenn man aber Verständnis für die Tiere und ihre Lebensbedürfnisse schafft und die Leute begeistert, hat man sie plötzlich als Naturschützer auf seiner Seite. Wir Menschen müssen buchstäblich sehen, erfahren und begreifen. Wie Kinder, die Käfer in einem Glas sammeln, ganz nah dran gehen und sie dann schnell wieder frei lassen.

Meine Großeltern waren Landwirte. Mein Opa konnte an den Zeichen der Natur, am Flug der Vögel oder am Aussehen der Wolken noch das Wetter vorhersagen. Heutzutage kennt kaum einer die Himmelsrichtungen oder weiß, zu welcher Uhrzeit die Sonne wo am Himmel steht. Ich sehe mich da ein bisschen als Vermittler zwischen Natur und Mensch und möchte dieses Wissen verbreiten und Verständnis auf allen Seiten schaffen.

Und wie gut es auch Körper und Seele tut, wenn man sich in der Natur aufhält. Man entspannt, ist nicht so überreizt - es gibt so viele Gründe, sich auch in der Großstadt mit der vorhandenen Pflanzen- und Tierwelt zu beschäftigen!

Aber bitte Vorsicht walten lassen: Ich habe mal Habichte fotografiert und bin dafür von einem Baum auf einen anderen geklettert. Aus drei Metern Höhe runterfallen kann ich nicht weiter empfehlen!

Die Zukunft der Wildnis in Europa

Aktuell arbeite ich an einem neuen Projekt: Mich interessiert, wie Menschen den Lebensraum der Tiere beeinflussen und umgekehrt. Dafür verlasse ich diesmal auch Deutschland und reise durch ganz Europa:

Ich werde dem Wolf über die Alpen folgen, Bären in Slowenien fotografieren und Hirschen im Wald auflauern. Das Projekt ist auf vier bis fünf Jahre angelegt und es gibt ein paar Kooperationspartner. Sponsoren habe ich nicht, die Projekte finanzieren sich über meine Vorträge und den Verkauf von meinen Kalendern und Bildbänden (hier -> geht es zu Svens Homepage).

Aber ich bin froh, das tun zu können was ich liebe und wichtig finde und das unabhängig davon, ob es einem Auftraggeber gefällt.”

Ich möchte mich gerade für das Interview bedanken, als die Verbindung abbricht - ein Funkloch in der Großstadt oder hat Sven sein nächstes Fotoobjekt entdeckt?

Lieber Sven, danke für das Interview und deine wertvolle Arbeit!

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