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Ausgebüxt! – Mikroabenteuer mit Kindern

Draußen sein, die Verbindung zur Natur genießen und kleine und große Abenteuer erleben – dafür braucht es keine weite Reise, oft reichen ein paar Schritte vor die Haustür. Jana und Patrick Heck haben genau dieser Draußenzeit mit Kindern ein ganzes Buch gewidmet und weil das so wunderbar zum Wildling Gefühl passt, haben wir es uns nicht nehmen lassen, jedem Exemplar von Ausgebüxt! ein fuchsiges Lesezeichen beizulegen. Außerdem haben wir dem Autor:innenpaar einige neugierige Fragen zu sich, ihrem Buch und ihren Abenteuern gestellt:

 

Wollt ihr euch und euer Buchprojekt einmal vorstellen?

Na klar! Wir sind Jana und Patrick Heck, haben zwei Kinder und haben es vor fast drei Jahren zu unserem Beruf gemacht, Familien in die Natur zu bringen. Gestartet sind wir mit einem Blog und einer Familiengruppe vor Ort. Wir hatten aber schon länger den Wunsch, ein Buch rauszubringen, weil wir spürten, dass eines fehlt. Es gibt ja wirklich großartige Bücher mit Abenteuerideen für draußen oder solche mit praktischen Ausrüstungstipps oder Bücher, die den Wert der Natur für die Entwicklung von Kindern hervorheben. Aber uns fehlte ein Buch, in dem all das gesammelt drin steht. Und so haben wir es schließlich selbst geschrieben!
Wir wollten ein Buch, das wirklich alle Fragen rund um das Thema „Draußensein mit Kindern“ beantwortet, jede Menge Inspiration gibt und dazu auch erklärt, wie das konkret in den stressigen Familienalltag passt – ihn sogar entspannter macht. Eltern sollten alles an der Hand haben, damit sie gleich heute begeistert mit ihren Kindern in den Wald stürmen können, gemeinsam Freude haben und gleichzeitig als Familie wachsen.
Es war eine große Herausforderung, das alles zu vereinen, aber jetzt ist Ausgebüxt! tatsächlich erschienen und wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

 

Foto: Jana und Patrick Heck

 

Ihr beide seid eine Weile ziemlich viel gereist. Was hat euch dazu bewegt, die Abenteuer irgendwann vor der eigenen Haustür zu suchen?

Wir sind 2015 auf dem Landweg nach China gereist und waren sechs Monate in Asien unterwegs – eine Reise, die wir sehr genossen haben. Zurück in Deutschland angekommen, haben wir die letzte Nacht vor unserer Heimkehr an unserem Lieblingsplatz im Wald verbracht und unter freiem Himmel geschlafen. Der Moment, als wir so da lagen und die ersten Sterne über uns funkelten, hat uns beide plötzlich sehr ergriffen: Die Natur um Trier fühlte sich für uns in diesem Moment genauso spektakulär an, wie in Sibirien, China oder Indonesien.
Seitdem haben wir eine riesige Begeisterung, die Natur in unserer Nähe zu entdecken. Denn das Tolle ist ja: Dafür brauchst du kein Sabbatical und noch nicht mal einen Urlaubsantrag. Statt aus unserem Alltag nur für wenige Wochen im Jahr auszubrechen, können wir die Abenteuer vor der Haustür einfach zu einem festen Teil unseres Lebens machen. Wir können unseren Alltag jeden Tag bereichern, statt zweimal im Jahr davor zu flüchten.

 

Was bedeutet es für euch, wild und frei zu sein? Was braucht ihr für ein perfektes Mikroabenteuer?

Der Weg zum perfekten Mikroabenteuer führt auf jeden Fall nicht über Perfektionismus. Im Gegenteil: Gerade mit Kindern ist die wichtigste Voraussetzung, von unseren Erwartungen loszulassen und sich auf das einzulassen, was sich ergibt. Natürlich ist es trotzdem unsere Verantwortung als Eltern, einen passenden und sicheren Rahmen für das Erlebnis zu schaffen. Aber innerhalb dieses Rahmens dürfen wir uns von unseren Kindern leiten lassen. Sie tragen Abenteuerlust und die Freude am Draußensein in sich und es lohnt sich, ihrem offenen Blick zu folgen.
Wenn wir mit unseren beiden Kindern losziehen, haben wir oft nur einen groben Plan, was wir machen wollen. Meist gibt es unterwegs dann unerwartete Wendungen: Eine neu entdeckte Höhle, eine Ameisenstraße, der wir folgen, oder einfach der Wunsch noch ein bisschen in der Hängematte zu schaukeln. Genau das gehört dazu und macht ein Mikroabenteuer erst lebendig und spannend.

 

Foto: Jana und Patrick Heck

 

Kindern fällt es ja leicht, in jeder Pfütze ein Abenteuer zu entdecken. Habt ihr euch diese Lust am Spiel seit eurer Kindheit bewahren können oder habt ihr ein anderes Rezept für uns?

Wir haben uns diese Freude am Abenteuer tatsächlich seit unserer Kindheit bewahren können. Aber wir sind uns sicher, dass sie genauso in jedem Erwachsenen steckt. Nur ist der Kopf bei den meisten von uns so beschäftigt mit den vielen Alltagssorgen und -gedanken, dass es schwer fällt, uns auf das Hier und Jetzt mit seinen vielen Abenteuerpfützen einzulassen.

Zum Glück haben wir mit Kindern aber die besten Lehrer:innen dabei, die man sich nur wünschen kann. „Kinder sind die besten Abenteurer“, schreibt Christo Foerster dazu im Vorwort von Ausgebüxt! treffend. Es ist ganz einfach: Wir dürfen uns von unseren Kindern leiten lassen. Wenn wir uns wirklich darauf einlassen, werden wir unweigerlich auch von ihrer Entdeckerfreude angesteckt.



Was war bisher euer aufregendstes Mikroabenteuer? Wo hattet ihr am meisten Spaß?

Unser schönstes Mikroabenteuer hatten wir im Sommer an einem nahe gelegenen Fluss: Eigentlich waren wir auf Fahrradtour, als wir spontan während einer Pipipause einem schmalen Pfad abseits des Radwegs folgten, der zu einer Kapelle führen sollte. Dort kamen wir allerdings nie an, denn unterwegs entdeckten wir unverhofft eine einsame, postkartenreife Badestelle. Das kühle Wasser, die mächtigen Baumkronen über uns, das bunte Vogelgezwitscher – all das gab uns das Gefühl, Tausende Kilometer von Zuhause entfernt zu sein, dabei waren es nur knapp 20.

Das bisher aufregendste Erlebnis war ein Urlaub im Ausgebüxt-Stil: eine 6-tägige Trekkingtour in unserer Heimat, der Eifel, bei der wir fünf Nächte unter freiem Himmel geschlafen haben und uns komplett selbst versorgt haben. Angefangen beim Transport von 35 kg-Gepäck plus Baby über das Entdecken wilder, unwegsamer Pfade bis hin zur Schlafplatzsuche war dieser Mikroabenteuerurlaub durch und durch aufregend und gleichzeitig unglaublich erholsam.

 

Foto: Jana und Patrick Heck


Euer Buch kommt irgendwie zur richtigen Zeit. Mikroabenteuer passen in diese Tage, wo man auf große Unternehmungen und Ausflüge verzichtet. Warum sind sie aber auch super für ein “danach”?

Mikroabenteuer sind nicht nur eine Notlösung, wenn größere Reisen und Unternehmungen nicht möglich sind. Auch wir freuen uns schon darauf, wenn wir wieder unbeschwert durch Deutschland und Europa reisen können. Der Unterschied ist aber: Durch die kleinen Abenteuer können wir unser ganz normales Leben bereichern und immer wieder Momente zum Auftanken und Entspannen finden. Den Jahresurlaub machen wir dann einfach, weil wir Freude daran haben und nicht, weil wir hoffnungslos „urlaubsreif“ sind.



Was ist euer Tipp für einen verregneten Sonntag?

Matschfeste Klamotten anziehen, Kocher, Suppe und Isomatte einpacken und raus! Allein die große Auswahl an Pfützen und Matschlöchern ist ein Spiel- und Abenteuerparadies für Kinder (auch für größere). Mit Förmchen und Schaufeln lassen sich Skulpturen und Landschaften erschaffen. Und wenn es im Regen eben doch mal ungemütlich wird, wärmt ein Süppchen vom Campingkocher die Seele. Vielleicht findet ihr da draußen sogar einen gemütlichen Unterschlupf? Einen Felsvorsprung, eine Hütte oder eine Höhle?
So oder so – wenn ihr dann abends mit Kakao und Decken auf der Couch lümmelt, werdet ihr mit Haut und Haaren spüren, wie toll dieser Regensonntag war!


Liebe Jana, lieber Patrick, habt ganz lieben Dank für das tolle Interview und die Inspiration, die ihr mit euren Antworten liefert. Team Wildling schmökert schon fleißig in eurem Buch und kann es kaum erwarten, zum ersten Mikroabenteuer aufzubrechen!

 

Titelfoto: Jana und Patrick Heck

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